Asgard

Du wirst heute 6 Jahre alt und du bist das tollpatschigste Lämmlein, das man sich nur vorstellen kann. 
Als Anfang 2019 langsam die Sehnsucht nach einem zweiten Hund in mir aufstieg, da dachte ich immer an eine zweite Version von Ludwig. Und damals wusste ich noch nicht, wie großes Unrecht ich dir damit tun würde, indem ich genau darauf hingearbeitet habe.

Als ich dein Geburtsdatum erfahren habe, war mir klar, dass das Schicksal dich definitiv für mich ausgewählt hatte, denn heute ist nicht nur dein Geburtstag, sondern vor 98 Jahren kam mein Großvater zur Welt, an genau diesem Tag. Und er ist der Mensch, dessentwegen ich letzten Endes meine Menschlichkeit bewahrt habe. Er war die Liebe.
Dass du ebenfalls diese Liebe bist, habe ich vor 6 Jahren noch nicht gut begriffen.

Ich habe dich erzogen wie Hunde nun mal erzogen werden. Und ab Beginn hatten wir beide unsere Schwierigkeiten. Du warst ein Sensibelchen, du mochtest keine Befehle, keine Sozialisationsübungen, du mochtest keine anderen Hunde außer Onkel Ludwig, du wurdest nicht stubenrein, du hast nicht auf Ermahnungen reagiert und Belohnungen haben für dich nie die Verbindung zu dem, was du getan hast, hergestellt. Du hattest vor allem und jedem Angst und warst nur hier mit Lu und den Kindern wirklich glücklich und ausgeglichen und ich habe erst an mir und schließlich an dir gezweifelt. 
Meinen Plan, einen Ludwig2 zu erschaffen, habe ich innerhalb kürzester Zeit verabschieden müssen, aber ich habe noch so lange nicht verstanden, was du wirklich brauchst.

Die Kinder waren darin so viel schneller als ich. Das kann Asgard nicht. Mama, er ist der Lämmi, er muss nur liebgehabt werden.

Es vergingen Jahre, viele Tränen und schmerzhafte Lektionen, bis in mir zumindest leise eine Art von Erkenntnis reifte, weil das Kind, das dich für sich beansprucht hat, mit seinen Problemen immer wieder vor dieselbe Wand lief wie ich mit dir. Und irgendwann habe ich nicht nur gehört, sondern auch verstanden, was mir alle Kinder jeden Tag sagten: Asgard muss nur liebgehabt werden

Sonst nichts. Ich ließ also los. Nicht nur dich, sondern auch dein Kind. Wer etwas wirklich nicht kann, der muss auch nicht. Und zeitgleich mit der Schulsituation und dem Schwänzen entspannte sich auch unsere Situation hier. Du warst immer noch weit entfernt von stubenrein, aber es gab Fortschritte. Das Weinen wurde weniger. Ich hielt mich an Ludwig fest und lernte, dich einfach sein zu lassen. Im Vertrauen, dass du deinen Weg finden würdest. Und genauso konnte ich zu diesem Zeitpunkt das große Kind einfach sein lassen, in aller Liebe und mit aller Unterstüzung, aber ohne den Drang, es in ein System hineinzupressen, für das es einfach nicht geboren wurde. 

Das hast du bewegt. Nur du. Du zeigst mir jeden Tag, dass man nicht perfekt sein muss, um geliebt zu werden. Dass Liebe und Leistung nichts miteinander zu tun haben. Dass Liebe einfach ist. Du bist heute 6 Jahre alt und kannst meistens gut an der Leine gehen, wenn wir keine anderen Hunde treffen. Du liegst am liebsten auf dem Sofa und du hasst das Draußen, wenn es nicht Sonnenschein, 30 Grad und einen Pool mit sauberem blauen Wasser bereitstellt. Du kannst einen Besuchshund in unserem Haus tolerieren und du schreist nicht mehr die gesamte Nachbarschaft zusammen, wenn ich etwas von dir will. Du kannst ein ganzes Kommando und an guten Tagen klappen manchmal sogar zwei weitere, aber das ist alles nicht so wichtig. 

Du bist an den allermeisten Tagen stubenrein und du kannst nicht alleine schlafen, aber wer will das auch schon? Du bist der Hund, der die Besuchskinder mit Angst vor Hunden heilt, weil du einfach vor allem doppelt so viel Angst hast und das irgendwie verbindet. Meistens finde ich dich dann auf einem Besucherschoß oder auf einem Besucherarm, weil das exakt der Platz ist, der für dich einfach am sichersten ist. 

Du hast große Probleme, dich neben Atmen noch auf eine zweite Sache zu konzentieren, du bist kurzsichtig und hast kein Gedächtnis für Gesichter und erkennst draußen außer mir niemanden. Meistens fällst du beim Sitzen einfach um, wenn man dich streichelt, was leider dazu führt, dass du dir jeden Tag den Kopf hart auf dem Boden anschlägst, was auch nicht furchtbar gut für dein Gehirn ist. Du möchtest gerne ununterbrochen von mir herumgetragen werden und hast nicht verstanden, dass du eigentlich viel zu groß dafür bist. 

Du hast mir als Frauchen, als Mutter und als Mensch auf die nachdrücklichste Art und Weise gezeigt, dass Gras nicht schneller wächst, wenn man daran zieht und dafür werde ich dir auf ewig dankbar sein. Du kamst in einer Phase meines Lebens zu uns, in der ich wollte, dass einfach alles nur funktioniert, weil der Schmerz nach dem viel zu frühen Weggang meiner großen Tochter viel zu groß für irgendetwas anderes war. 
Und genau dagegen hast du dich mit einer Vehemenz gewehrt, die mich gezwungen hat, mich zu verändern. 
Meine Sichtweise. Mein Erziehungskonzept. 

Du hast mich nachsichtiger werden lassen. 
Liebevoller. 
Zugewandter. 
Du hast mir gezeigt, dass ich reiche. Dass du genug bist und dass auch ich genug bin. 

Du bist die Liebe.

Kati 03.04.2025, 12.40| (12/0) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: auf den Hund gekommen

Panik und Depression

Ich navigiere zwischen den großen Klippen Depression und der Untiefe Panikattacke hindurch und bin mir doch nicht sicher, ob ich nicht jederzeit in irgendeinen Strudel gerate, der mich an einem von beiden zerschellen bzw. stranden lässt. Ich habe über das große Thema Beruhigungsmittel und Antidepressiva nachgedacht, ich mag 2014 ohne geschafft haben, aber ich weiß noch, wie mir ohne jede Reserve 2018 aufs Butterende geschlagen ist. Nach Monaten des Herumsitzens und traurig in die Gegend Starrens, als wandelnde Panik und Angst hab ich beides bekommen und es war eine Zeitlang gut für mich. Aber das war auch mein vertrauter Hausarzt und der ist aktuell nicht mehr da und den Neuen mag ich nicht besonders und vertraue ihm nicht, also wo soll ich damit hin? Das ist vielleicht die große Frage dieser Tage: Wo soll ich denn noch hin? Mich einem Freund anzuvertrauen verbietet mir mein Ethos, hier kann ich vage formulieren und zumindest ein bisschen das Gehirn beschäftigen, aber wo soll ich denn mit meiner ganzen Wut hin? Mit meiner Frustration, mit meiner Angst, mit alldem, was mich weder schlafen noch leben lässt? Ich hangel mich von Tag zu Tag. Ich habe angefangen zu renovieren, umzuräumen, den Garten zu machen, ich backe, putze, koche, spiele, arbeite, natürlich alles auf einmal, ich reguliere mein Essen und betreibe obsessiv meine Übungen, damit ich aus der PostCovidFalle irgendwann vielleicht wieder flüchten kann und ich hasse alles. Die Trigger zu vermeiden gleicht dieser Tage einem Eiertanz. Der Spießrutenlauf im Alltag um all die Dinge, die bislang normal waren und mir nun mit aller Gewalt das (Re-)Trauma vor den Latz knallen, ist zermürbend. Ich kann nichts mehr tragen und ertragen schon gar nicht, bin in meinen Grundfesten erschüttert und möchte einfach nur aufgeben. Und all das in dem Wissen, das es völlig unnötig ist, dass ich hier stehe und all das durchleiden muss. Weil Menschen nicht wertschätzen, was sie haben und auf dem Altar ihrer Bequemlichkeit, Feigheit und Angst alles opfern.

Kati 03.04.2025, 09.57| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Gedankenchaos

Warnungen

Immer wieder dieselben Träume.
Immer wieder diesselben Erinnerungen, immer wieder dieselben Warnungen, jetzt nicht denselben Fehler ein drittes Mal zu machen.
So ausgelaugt, so erschöpft.

Kati 01.04.2025, 17.44| PL | einsortiert in: Gedankenchaos

Unsichtbar

Hat man als Frau den von Männern festgelegten Zenit der Weiblichkeit überschritten, taugt man wohl tatsächlich nur noch als Mutti, nicht mehr als Frau oder Mensch.

Kati 31.03.2025, 22.12| PL | einsortiert in: Gedankenchaos

Ratio

Wie kann man nur immer und immer wieder voraussetzen, dass ich auf dem schmalen Grat zwischen Wahnsinn und Hysterie wandelnd noch Interesse an einem vernünftigen Gespräch habe, wenn ich doch einfach nur jemanden bräuchte, der es dort oben einfach mit mir aushält?

Kati 31.03.2025, 19.52| PL | einsortiert in: Gedankenchaos

Sprung

Früher, als es noch einfach war, ins kalte Wasser zu springen, weil man nur seinem Herzen folgen musste. Mit so viel mehr Glauben und Hoffnung, die in Abwesenheit eines besseren Wissens die Führung übernahmen, blind, vertrauensvoll und in das Gute setzend; so unbeirrbar, so dumm, so naiv und so hehr in all seinen Erwartungen.
Was macht man aber nun, mit dem Wissen der vergangenen Jahrzehnte?
Von Gutglauben und Hoffnung geläutert, dass es den Traum geben könnte?
Wo das Herz hinzieht, so vehement und so blind, dass der Verstand nicht mehr folgen will, weil er doch schon weiß, dass dort auf diesem Pfad nur noch mehr Schmerz und Ernüchterung wartet, was macht man nun?

Kati 31.03.2025, 14.06| (2/0) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Gedankenchaos

Gedankenschwindel

Was ist, wenn es gar nicht deine Lektion ist, sondern meine?
Nämlich die, dass das, was ich mir zusammenfantasiere, ohnehin nicht existieren kann?

Kati 30.03.2025, 11.01| PL | einsortiert in: Gedankenchaos

Parasomnia

Die nächtlichen Panikattacken, Angstzustände und Albträume werden jede Nacht schlimmer. Es ist etwas, womit ich gerechnet habe, jetzt, wo meine eigenen Wächter wieder aktiver werden, aber das Ausmaß dessen, womit ich aktuell zu kämpfen habe, ist schon jetzt beinahe unaushaltbar. Durch die fehlenden Grenzen zwischen uns verschwimmen Erlebnisse und Erinnerungen und wechseln dorthin, wo sie niemals hätten auftauchen dürfen. Einige Erinnerungen, fast schon vergessen geglaubt, kommen mit einer derartigen Intensität an die Oberfläche, dass sie tagelang nachhängen, immer in ultimativer Gefühlsstärke, als wären sie vor Sekunden und nicht vor fast einem halben Jahrhundert passiert. Heute habe ich allerdings von Rainer geträumt. Rainer ist mir vor einigen Tagen auf den Fotos begegnet, die ich durchgesehen habe und ich kann auch jetzt noch das Nikotin auf seiner Zunge schmecken, kann ihn schmecken, fühlen, riechen, obwohl ich schon seit mehreren Stunden wach und orientiert bin und versuche, wieder in der Gegenwart anzukommen. Es ist nicht mal meine Erinnerung, aber es scheint jetzt unsere zu sein und alles daran ist verstörend. Ich möchte nur noch schreien, mich verdammen, die Mauern jemals so weit runtergelassen zu haben. Die Erinnerung ist wie ein zu enges Kleidungsstück, das ich nun zu tragen gezwungen bin. Ich mochte Rainer immer, habe ihn angehimmelt, diesen Bullen aus purem Testosteron, immer charmant, das pure männliche Charisma, liebender Ehemann, stolzer Vater seiner Söhne, mit denen ich gut befreundet war. Ich war 17, als ich ihn das letzte Mal gesehen habe und dieses Bild kippte. Das ist jetzt fast 30 Jahre her.

Kati 29.03.2025, 10.24| (1/0) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Gedankenchaos

Schock

Um keinen Preis den eisernen Würgegriff um jede Art von Gefühl lockern, weil sonst die Panik hochschwappt.

Kati 27.03.2025, 18.09| PL | einsortiert in: Gedankenchaos

Taub

Die Akzeptanz ist noch nicht da. Ich vermute, sie würde mich endgültig zerstören. Der Verlust ist zu groß, um ihn zu erfassen. Irgendwo schwebt die Wut mutlos im leeren Raum und puckert verletzt vor sich hin. Sie ist nicht mehr nötig, um mir Kraft zu schenken. Wir müssen versuchen, uns nach diesem alles vernichtenen Schlag irgendwie wieder zusammenzusetzen, um noch ein bisschen durchzuhalten. Irgendwie.

Kati 25.03.2025, 08.14| PL | einsortiert in: Gedankenchaos

23.03.2025

Kati 23.03.2025, 15.26| PL | einsortiert in: Alltag

Die andere Seite

Vielleicht ist es die falsche Frage, wie man eine Beziehung dieser Qualität aufs Spiel setzen kann.
Vielleicht lautet die Frage, wie ich auf die Idee kam, dass diese Beziehung diese Qualität hätte?

Kati 23.03.2025, 06.43| PL | einsortiert in: Gedankenchaos

Mutlos

Wie kann man nur so erschöpft und müde vom Fühlen sein? Wenn der Schmerz so zäh und klebrig an jeder Faser deines Selbst hängt, dass jede Bewegung zur Qual wird und bloßes Wachsein so viel Kraft kostet, dass man sich nur von Schlafphase zu Schlafphase hangelt.

Kati 22.03.2025, 18.25| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Gedankenchaos

Sehnsucht

Manchmal denke ich, wenn ich nur ein einziges Wort sage, wenn ich nur über diese Schwelle schreite, mein Schweigen dann ablege, wenn es von mir gefordert wird, weil die Gegenseite sich weigert, auf meiner Ebene mit mir zu kommunizieren, dann werde ich nie wieder aufhören können zu schreien. Das Gefühl ist so übermächtig, dass ich mein innerstes Selbst in mir einschließen muss, um nicht verrückt zu werden. Ich wünsche mir gerade so viel Sanftheit, Verständnis, Werben, Zärtlichkeit, aber vor allem die Versicherung, dass ich es wert sein könnte. Dort, wo ich bin, ist kein Platz für diese immer fordernderen Worte nach verbaler Kommunikation, nach Öffnung, allein der Wunsch kommt mir nach alledem schon so vermessen vor, wie er an mich herangetragen wird. Ich bin nichts schuldig. Gar nichts mehr.

Kati 21.03.2025, 09.41| PL | einsortiert in: Gedankenchaos

Sichtbarkeit

Ich bin so sichtbar in all meinen Überlegungen. In all meinen Gedanken, mit jedem Wort hier, mit allem, was ich dir ungefiltert vor die Füße werfe. Und doch verhallt es ohne Gegenseitigkeit im leeren Raum, der immer größer wird, je stiller diese Lücke klafft. Ich werde diesmal nicht fragen. Ich werde diesmal nicht die Verantwortung dafür übernehmen, was ich wissen muss, damit es wieder gut werden kann.

Kati 20.03.2025, 09.06| PL | einsortiert in: Gedankenchaos

Perspektive

Wenn du weißt, dass etwas falsch ist, dann ist deine erste Tat ein Fehltritt.
Die zweite eine Entscheidung.
Die dritte Gewohnheit und die vierte schon Charakter.

Kati 19.03.2025, 22.23| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Gedankenchaos

Egal

Wieder bin ich die Blöde, die das verarbeiten muss. Wieder bin ich es, die den Schmerz irgendwie aushalten muss. Wieder bin ich es, die lernen muss, damit umzugehen. Wieder bin ich der größte Depp überhaupt, weil ich es erneut dazu habe kommen lassen, statt beim letzten Mal einfach einen sauberen Schlussstrich zu ziehen und zu sagen: Nicht mit mir. 
Ich weiß nicht, wie es weitergehen soll, ich bin so desillusioniert, gleichgültig, gleichzeitig so verletzt, in meinen Mauern gefangen, weil ich sonst einfach zusammenbreche. Und das darf ich nicht. Nicht bei alledem, was ich aktuell sonst noch schultern muss. Die letzten 5 Monate waren purer Horror, jeder einzelne Tag davon. Und an manchen Tagen frage ich mich auch in dieser Hinsicht, was mich nur geritten hat. Die Chance auszuschlagen, einfach wie gewohnt mit meinem Alltag weitermachen zu können statt mit einem völlig kaputten Körper, Nervensystem und desolater Gehirnleistung nicht mehr zu wissen, wie ich die Tage bewältigen soll. Während alle anderen also Pläne machen, fröhlich herumhüpfen, verreisen, ihr Leben leben und gestalten, verzweifle ich an den einfachsten Dingen wie Treppensteigen, aufrecht stehen und mich länger als 5 Minuten zu konzentieren, weil diese Scheißkrankheit einfach alles lahmgelegt hat. Die Welt für die Mitkranken dreht sich einfach weiter, während meine stehengeblieben ist. Und weil das alles nicht genug ist, kommt jetzt eben noch was drauf. Der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen, flüstert Uroma leise in mein Ohr und ich nicke. 
Ich hab es satt, von Menschen, denen ich vertraue, verletzt zu werden. Ich habe Menschen satt. Ich bin so durch mit dem Vertrauensthema. Es sind ja doch nur alle selbstbezogene opportunistische Lügner, die dich bei der nächstbesten Gelegenheit verraten. Es ekelt mich an.
Und zu allem Überdruss bin wieder ich das Problem mit meinen hohen Wert- und Moralvorstellungen, die kein normaler Mensch erfüllen kann? Natürlich bekommt die andere Seite den Rückenwind, der vielleicht ein bisschen Seele und Ego streichelt, dass alles nicht ganz so furchtbar ist, während ich auch dieses Mal wieder keinen zum Reden habe, weil ich irgendwann mal geschworen habe, dass diese Dinge niemals nach außen dringen werden. Vielleicht täte mir der Abstieg von meinem imaginären hohen moralischen Ross auch mal ganz gut.

Kati 19.03.2025, 12.54| PL | einsortiert in: Gedankenchaos

Boden der Tatsachen

Ich Idiot.

Kati 12.03.2025, 07.45| (1/0) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Gedankenchaos

Kopfschmerzen

Natürlich ist es Trauma. Ich Idiot. Und Retraumatisierung führt zu Veränderungen im System. Nur war es noch nie wie jetzt. Ich kann die Kopfschmerzen nicht mehr aushalten. Sie lassen sich an nichts messen, das ich jemals erleben musste, es ist, als würde mein Kopf gleich einfach bersten, weil wir nicht alle hineinpassen. Ich kann jeden Gedanken hören, riechen, schmecken, es macht mich wahnsinnig, mich diesen Menschen nicht entziehen zu können, die sich so vertraut und so fremd gleichermaßen anfühlen. Ich will das nicht, aber das hab ich in den letzten Tagen vielleicht auch einfach so oft wiederholt, dass es inzwischen mehr einem Mantra gleicht als einer echten Aktion vorausgeht. Ich fühle mich gelähmt und gleichzeitig so lebendig, als wäre jeder Sinn um ein Tausendfaches verstärkt ohne dass ich irgendeine Ahnung habe, wie ich das nutzen könnte. Ich weiß, dass ich damit alleine bleibe. Es gibt keine Lehrbücher zu diesem Thema und auch in meinem Netzwerk von Gleichen gibt es keinen Vergleichsfall. Fast wünsche ich mich zu Professor Dr. L. zurück, der mir in seiner unsympathischen und kaltschnäuzigen Art aber immerhin fachlich so fähig wie ich danach niemanden mehr erlebt habe, erklärt, dass ich nur nach gängigen Maßstäben verrückt wirke, aber alles, was mein Gehirn jemals getan hat oder tut, einem wissenschaftlichen Wunder für die psychische Überlebensfähigkeit der menschlichen Rasse gleicht. Und dann würde er seine Brille zurechtrücken, sich Notizen machen, ein paar Mal murmeln und mich in meinen Alltag entlassen, wo ich wie eine kleine Laborratte wieder eine Woche lang versuchen darf, mich in einer Welt zurechtzufinden, die nie meine war.

Kati 10.03.2025, 11.51| (2/0) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Gedankenchaos

Zu viel

Und auch hier wieder von offizieller Stelle: Ich bin zu viel, ich will zu viel, ich verlange Menschenunmögliches. Das Gefühl von Verrat kocht in mir hoch, dass es überhaupt eine dritte Partei geben muss und ich suhle mich in Hass und Selbstmitleid, bin mir jedoch wohl gewahr, dass sie Recht hat. Ich bin zu viel. Ich will zu viel. Und ja, ich verlange Menschenunmögliches. Und ich habe früher - ganz früher - mal daran geglaubt, dass es jemanden gibt, der genau dasselbe auch leben will und kann.
Ich habe mich geirrt.
Wieder.

Kati 09.03.2025, 15.40| PL | einsortiert in: Gedankenchaos

Ungebunden

Es ist anders als beim letzten Mal.
Das letzte Mal war da nur Schmerz. 
Purer, heißer, verzweifelter Schmerz, der meine Seele in Agonie schreien ließ. 
Diesmal ist es anders. 
Da ist Ruhe. Spöttisches Wissen. 
Und an keine Regeln mehr gebunden, von jedem Versprechen gelöst spüre ich in aller Deutlichkeit, dass da, wo jetzt noch Licht ist, bald nur noch Dunkelheit sein wird.
Und ich weiß, wozu ich dann werde.
Aber vielleicht sollte auch das so sein.
Vielleicht war es mir nie bestimmt, dieses kräftezehrende Leben zu leben, in dem ich die blutrote Schwärze in mir verleugnen muss, um in der Verletzlichkeit zu bleiben.
Verletzlichkeit war immer die letzte Bastion in mir gegen das Monster, das ich eigentlich bin.
Und die Kraft, die ich jetzt schon spüre, funkelt verführerisch in mir.
Ich muss sie nur wollen.
Ihr Preis ist die Hoffnung.

Kati 08.03.2025, 10.49| PL | einsortiert in: Gedankenchaos

Ambivalent

Wie kann man so hin- und hergerissen sein, wenn es um etwas eigentlich Schönes geht? Wenn die Umstände nicht wären, könnte ich mich vorbehaltlos freuen? Und ich wusste doch, dass der Tag kommen würde, an dem ich ihm wieder begegnen würde. Ich weiß nicht, ob er noch manchmal an die Vergewaltigungen denkt. Ich weiß nicht, ob er noch weiß, wie er mich in der brennenden Wohnung ans Bett gefesselt zurückgelassen hat. Ich weiß nicht, ob er noch daran denkt, wie er mir das Schlüsselbein gebrochen hat. Ich vermute, es hat keinerlei Relevanz mehr für ihn.

Kati 19.01.2025, 09.00| (1/0) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Alltag

Shame on me

"Es gibt nichts, das ich nicht mit dir haben wollen würde." 
Und dann nimmt man das über all die Jahre angesammelte Vertrauen zusammen und formuliert das, was die eigene Bestimmung ist und riskiert nichts weniger als die eigene Seele und... 

...scheitert.

Kati 17.01.2025, 17.34| PL | einsortiert in: Gedankenchaos

Ekel

Ich warte auf den Zusatz. Auf eine weitere Nachricht, irgendetwas, das das relativiert, was ich immer und immer wieder lese. Ich kann die Worte inzwischen auswendig und sie verändern sich einfach nicht. Egal, wie sehr ich mir jedes Mal, das ich vorne beginne, wünschte, sie würden es tun. Ich verstehe, was ich lese, ich begreife es nur nicht. Ich hätte alles darauf gewettet, dass dieser Text einen anderen Inhalt haben würde. Alles. Ich war mir so sicher in meiner Hoffnung, in meinem Wünschen, dass ich nun umso begriffsstutziger versuche, zu verarbeiten, was mir das Herz herausreißt. Selten habe ich mir mehr gewünscht, das Alles oder Nichts ablegen zu können, mich von den Krumen ernähren zu können, die mir hingeworfen werden, endlich zur Erkenntnis zu gelangen, dass ein halbvolles Glas besser ist als ein leeres, aber es gelingt mir nicht. Ich lebe immer im Maximum, immer im Superlativ und was mir mein Leben lang als Manko verkauft wurde, lässt mich hier und heute erneut scheitern. Zu viel. Mal wieder. Zu viel Gefühl, zu viel Erwartung, zu viel alles. Der wilde Ritt in einer Gefühlsachterbahn wie meiner, den nimmt man gerne mit, wenn es zu den eigenen Höhepunkten geht, aber ich für mich war immer zu viel, wenn es hart auf hart kam. Ich zittere, mir ist kalt, mein Magen krampft sich zusammen, ich muss mich übergeben, ich kenne all diese Symptome. So fühlt es sich an, wenn etwas Existentielles in einem stirbt. Ich weiß nicht, wohin mit mir. Ich will schreien, ich will weinen, ich will anklagen, wüten, schlagen, aber da ist nur dieser große Berg Schmerz, der mich erdrückt und jedes andere Gefühl auslöscht. Ich öffne die Nachricht erneut. Wenn ich sie nur häufig genug lese, dann verlieren die Worte vielleicht irgendwann ihre Fatalität, lassen mich innerlich abstumpfen, ausbluten, bewegen nichts mehr. Aber fürs Erste schnürt sich mir erneut die Kehle zu, bleibt mir jedes Wort im Halse stecken, verpufft jedes Aufkeimen von Gefühl in Hoffnungslosigkeit. Ich kann es nicht glauben. Es kann nicht wahr sein, es stellt alles in Frage, woran ich geglaubt habe, mir fehlt vielleicht nur ein Puzzleteil, es richtig zusammenzusetzen, dass es ein anderes Bild ergibt als das, welches die Worte zeichnen. Drei Stunden. Es wäre genug Zeit gewesen. Der Ekel kommt hoch, wie sehr ich mich exponiert habe. Wie lange Stunden ich in der Nacht mit mir gerungen habe, ob ich etwas so Großes in Worte fassen soll, ein ultimatives Risiko eingehend, etwas so Intimes zu enthüllen. Ich wünschte, ich hätte es nie getan.

Kati 15.01.2025, 13.29| PL | einsortiert in: Gedankenchaos

Tage für die Tonne

So Tage, an denen es gefühlt 5 Schritte zurück geht, obwohl man die Hoffnung hatte, dass jetzt irgendetwas Bahnbrechendes passiert und man dann doch wieder auf die Nase fällt. Zweifel. An allem.

Kati 08.01.2025, 23.00| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Gedankenchaos

Zweifel

Der Alltag hat nun auch die Kinder und mich wieder. Und gleichzeitig heißt das, dass der Countdown läuft. 

Ich fühle mich vor allem gehetzt, gesund zu werden. Ich muss Autofahren können, ich muss diese Wege schaffen, ich muss uns hier versorgen können, wenn für den Mann die Operationen beginnen und er schlussendlich mehrere Monate ausfallen wird. 
Bei alledem hab ich eine Scheißangst vor allem. Ich habe so viele Monate mit Schwindelattacken, Angst und Panik hinter mir, das alles begann im April letzten Jahres und ich bin jetzt durch die Verzögerung durch die Coronanachwirkungen so weit entfernt von leistungsfähig wie man sich das nur vorstellen kann. 

Es ging mir direkt vor meinem Geburtstag so gut, ich war so zuversichtlich und hoffnungsfroh und dann kam diese Kackkrankheit und jetzt stehe ich hier und weiß nicht, wie ich das alles schaffen kann und soll. Und das ist nur der organisatorische Teil. 

Ich habe Angst vor dem, was kommt. Angst vor dem, wieviel der Mann in seiner Haupthand verliert. Es ist ja keine Frage von Gelingen oder nicht Gelingen, um Erfolg zu gewährleisten muss man ihm Kraft, Beweglichkeit und Motorik nehmen. Ich habe Angst vor dem Endergebnis und so egoistisch das klingt: Angst um das, was ich verlieren werde. Es sind diese wunderbaren Hände, die mich streicheln, die mir Lust bereiten, die sicher wissen, was sie tun, die mich halten, die immer voller Kraft waren, der Inbegriff von Ästhetik, Geschicklichkeit und Stärke.
Und so unwichtig diese Gedanken im Gesamtkontext sein mögen, sind sie trotzdem da, müssen sie trotzdem reflektiert werden, muss ich sie trotzdem fühlen dürfen, um nicht verrückt zu werden. 

Dabei wünsche ich mir in alledem nur, dass er schmerzfreier wird und alles andere wird sich dem unterordnen müssen. Es wird, weil es muss.

Kati 07.01.2025, 10.00| (1/0) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Gedankenchaos

Rückblick/Aussicht

Ich wollte im Dezember schon schreiben, dann zwischen den Tagen, dann vor Neujahr, aber die Tage vergingen wieder in Unverständnis, Streit und Kampf statt in Harmonie und so sehr die Worte bereits in meinem Kopf herumgeisterten, so wenig war ich fähig, sie aufzuschreiben.

Wir haben ein Höllenjahr hinter uns. 
Und selbst wenn ich den gesundheitlichen Aspekt sehr bewusst ausklammere, weil das in seiner Tragweite kaum zu erfassen ist, so haben wir darüber hinaus einige herbe Tiefschläge einstecken müssen. 

Es gibt nicht viele Menschen, denen wir uns gemeinsam öffnen. Die Schnittmenge der Menschen, denen wir beide vertrauen, ist an einer Hand abzählbar und wir haben letztes Jahr einen Wichtigen davon verloren. Wir tun uns schwer damit, jemanden in unser Leben zu lassen und wenn, dann gilt das bis in die letzte Konsequenz. Schon Anfang letzten Jahres wurde die Zweifel lauter und in den letzten Wochen und Monaten wich die Unsicherheit der zerschmetternden Erkenntnis, dass wir uns von einem Spiegel haben täuschen lassen. 
Die Verbitterung darüber hallt in uns beiden noch nach. Wir haben allerdings auch eine Menge neuer Menschen kennengelernt, die uns ans Herz gewachsen sind und besonders beim Gildentreffen hat meine Seele bei einem Menschen sehr laut und wohlig geseufzt. Deine auch, weiß ich und ich finde es wieder mal bemerkenswert, wie sehr wir inzwischen aufeinander abgestimmt sind.

Ich weiß nicht, ob wir trotz der unzähligen Auseinandersetzungen und der gleichermaßen end- wie fruchtlosen Diskussionen letztes Jahr so viel reifer geworden sind als Paar. Es sind haufenweise lose Enden, die wir aktuell in der Hand halten und es ist schwer abzusehen, ob wir auf einem guten Weg sind oder weiter herumirren müssen, bis wir das Durcheinander irgendwann wieder sortiert bekommen.

Wir waten derzeit durch knietiefe Scheiße und manchmal fällt dann auch noch einer hin, aber wir bleiben Seite an Seite. Dreckverschmiert, stinkend, allem überdrüssig, ich weiß das wohl. Aber wenn wir jetzt stehenbleiben, ist auch nichts gewonnen. 
Also gehen wir einfach weiter. 
Ich liebe dich. 
Nach 20 Jahren genauso und doch so anders als an dem Tag, an dem ich dich das erste Mal gesehen habe.

Kati 06.01.2025, 12.00| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Briefe

Wider die Vernunft

Mein Bauch schreit. Es stimmt etwas nicht und es entzieht sich völlig meines Einflussbereichs. Ich blicke auf die Worte, die mir geschrieben wurden und alles in mir brüllt, jede Alarmsirene schrillt, alles blinkt dunkelrot und ich kann nichts tun. Hilflos. Mein Magen krampft sich zusammen und wenn ich die Verbindung nicht verlieren möchte, dann muss ich jetzt all dies untrügliche Gespür tief in mir vergraben, um für den grausamen Fall, dass ich Recht behalten sollte, einfach da sein zu können. Wieviel Liebe erfordert es, jemanden in ein selbstgewähltes Schicksal laufen zu lassen?

Kati 05.01.2025, 12.00| (1/0) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Gedankenchaos

Verweigerung

Was wir brauchen, ist nicht noch eine weitere intellektuelle Instanz, die alles auseinandernimmt, was nicht gefühlt werden kann. Und so muss ich mich dir verweigern, um mir selber treu zu bleiben. Was ich brauche, wonach ich mich sehne, wonach ich mich verzehre, liegt nicht im Neocortex und verlangt von dir, dich dorthin zu begeben, wo deine Angst liegt. Und ich bin mir dessen gewahr, was ich von dir verlange, denn dort gibt es die Illusion nicht mehr, alles im Griff zu haben, wenn man sich nur genug selbst kasteit, dort gibt es nur noch das Aushalten all dessen, was du dir zu fühlen versagst, weil es sich deiner Kontrolle entzieht.

Kati 04.01.2025, 18.00| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: ziehen - beziehen - erziehen

Ausschleichen

Ich habe zwei funktionierende Strategien, mich zu regulieren ohne andere Menschen zu verletzen und die sind Sex und Essen. Meine Libido ist seit fast 10 Wochen verschwunden, genauso lange kann ich nichts mehr riechen und nichts mehr schmecken. Dazu kommt seit Wochen die Therapie mit Cortison, die mir Heißhunger auf etwas beschert, das ich nicht befriedigen kann. Alles in allem eine fatale Kombination, ich wiege so viel wie noch nie zuvor in meinem Leben. Ich mag nicht mehr. Ich habe Schmerzen durch das Gewicht, die Arthrose macht es mir fast unmöglich, zu laufen, jeder Schritt, jede Gewichtsverlagerung auf die Knie ist ein kreischender Schmerz, der macht, dass ich einfach nur noch sterben will. Meine Beine sind geschwollen und voller Wasser, mir passen meine Schuhe nicht mehr, ich bin aufgedunsen, ich möchte aus meinem Körper flüchten und ich kann nicht. Ich verdamme diesen Tag, ich verdamme meine Entscheidungen und ich hasse alles, aber nichts davon hilft, hier wieder weg zu kommen. Und während alle anderen einfach weitermachen, hänge ich hier mit den Nachwirkungen dieser Scheißkrankheit und fühle mich so allein und im Stich gelassen.

Kati 03.01.2025, 18.00| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: out of order

Ungebetener Besuch

Der Besuch war nicht geplant und ich hatte nur zwei Tage Zeit, um mich seelisch darauf vorzubereiten und außerdem versuche ich ja mit mäßigem Erfolg, meine Vorurteile abzubauen. 

Wir empfangen also einen verurteilten Verbrecher in unserem Haus, samt Kindern und Frau und obwohl ich ihn bereits seit Jahren durch die Verbindung der Kinder „kenne“, habe ich ihn seit seiner Verurteilung nicht mehr gesehen. Ich habe mit mittlerem Interesse die Zeitungsartikel gelesen, als alles aufgeflogen ist, war nicht sehr überrascht, habe mir meinen Teil gedacht und damals auch überlegt, was ich wohl an Stelle seiner Frau tun würde, wenn mir das passieren würde. Wie sie sich entschieden hat, ist klar, denn alle stehen zusammen vor unserem Tor und er ist mir so unsympathisch wie eh und je, daran hat sich nichts geändert, Verbrechen hin oder her. 

Absurderweise kann ich mehr Mitgefühl für Affekthandlungen aufbringen, für das systematische Lügen, Erpressen und Bedrohen von Leuten fehlt mir wohl ein Mitgefühl-Gen, keine Ahnung. Über Jahre hinweg in einer bereits von Haus aus privilegierten Situation seine Position auszunutzen, um Beträge in Millionenhöhe zu ergaunern, nein, das kann man nur schwer durch kopflose Entscheidungen schönreden, das ist leider schon Charakter. Und ich glaube, damit hätte ich dann auch meine Entscheidung, wie ich gehandelt hätte, wäre es mein Mann gewesen, aber das habe ich in der Vergangenheit bei anderen Themen auch schon einige Male gedacht und schlussendlich ist es dann immer etwas anderes, wenn man selber in der Situation steckt. 

Ich spüre so deutlich wie nie zuvor, dass die Phase meines Lebens, in der ich dachte, dass man für alles und jeden nur genug Verständnis aufbringen müsste, vorbei ist. Ich kann das nicht mehr, ich will das nicht mehr und das Beste: Ich muss das gar nicht. 
Natürlich hat jeder Mensch Gründe für sein Handeln, immer. 
Aber zur Reifung gehört die Erkenntnis, dass zu diesen Gründen manchmal auch Habgier und andere niedere Charakterzüge gehören

Kati 02.01.2025, 12.00| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Gedankenchaos

Erstens kommt es anders...

Ich hatte mir etwas anderes vorgestellt. Hatte vorbereitet, in Gedanken durchgespielt, wollte so viel wissen und zuhören und teilhaben und musste dann feststellen, nur ein Punkt zum Abhaken auf einer Liste gewesen zu sein. Die Geschenke liegen eingepackt im Schrank, es gab keinen Moment, keinen richtigen Zeitpunkt, nur zwischen Tür und Angel und der Symbolgehalt dieser beiden Dinge ist zu hoch, um ihn mit Eile zu zerstören. Aber ich habe allmählich die Ahnung, dass ich mich in eine Idee verrannt habe, die keine Entsprechung in der Wirklichkeit hat. Tagträumereien von einem Akt, der vielleicht nur in meinem Kopf von Bedeutung ist. Enttäuschung, auch hier. Die Alarmglocken, die in meinem Kopf klingelten, die Vorzeichen, das flaue Gefühl im Bauch, die Verachtung, gegen die ich micht nicht wehren konnte. Vielleicht erwarte ich einfach generell zu viel von Menschen. Ich werde alt und bitter und fliehe in einen Sarkasmus, der mir so vertraut ist und bin alles, was ich nie werden wollte. Enttäuscht, zynisch, misstrauisch und einsam. Ich muss nicht einmal woanders suchen, denn das, wonach ich mich sehne, das gibt es wohl nicht.

Kati 02.01.2025, 03.29| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Gedankenchaos

Erwartungen

Ich kann nicht beschreiben, wie enttäuscht ich von einem Menschen bin, von dem ich dachte, er könne mich nicht enttäuschen. Und bei allem reflektierten 'Andere Menschen können dich nicht enttäuschen, weil es nur die eigenen Erwartungen sind, die nicht erfüllt werden', macht sich in mir dennoch eine grenzenlose Leere breit, die mich mutlos zurücklässt.

Kati 01.01.2025, 23.00| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Gedankenchaos



Das Tragische an diesem Leben ist nur, dass es auf einer wahren Geschichte beruht.

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