Ausgewählter Beitrag
Panik und Depression
Ich navigiere zwischen den großen Klippen Depression und der Untiefe Panikattacke hindurch und bin mir doch nicht sicher, ob ich nicht jederzeit in irgendeinen Strudel gerate, der mich an einem von beiden zerschellen bzw. stranden lässt. Ich habe über das große Thema Beruhigungsmittel und Antidepressiva nachgedacht, ich mag 2014 ohne geschafft haben, aber ich weiß noch, wie mir ohne jede Reserve 2018 aufs Butterende geschlagen ist. Nach Monaten des Herumsitzens und traurig in die Gegend Starrens, als wandelnde Panik und Angst hab ich beides bekommen und es war eine Zeitlang gut für mich. Aber das war auch mein vertrauter Hausarzt und der ist aktuell nicht mehr da und den Neuen mag ich nicht besonders und vertraue ihm nicht, also wo soll ich damit hin? Das ist vielleicht die große Frage dieser Tage: Wo soll ich denn noch hin? Mich einem Freund anzuvertrauen verbietet mir mein Ethos, hier kann ich vage formulieren und zumindest ein bisschen das Gehirn beschäftigen, aber wo soll ich denn mit meiner ganzen Wut hin? Mit meiner Frustration, mit meiner Angst, mit alldem, was mich weder schlafen noch leben lässt? Ich hangel mich von Tag zu Tag. Ich habe angefangen zu renovieren, umzuräumen, den Garten zu machen, ich backe, putze, koche, spiele, arbeite, natürlich alles auf einmal, ich reguliere mein Essen und betreibe obsessiv meine Übungen, damit ich aus der PostCovidFalle irgendwann vielleicht wieder flüchten kann und ich hasse alles. Die Trigger zu vermeiden gleicht dieser Tage einem Eiertanz. Der Spießrutenlauf im Alltag um all die Dinge, die bislang normal waren und mir nun mit aller Gewalt das (Re-)Trauma vor den Latz knallen, ist zermürbend. Ich kann nichts mehr tragen und ertragen schon gar nicht, bin in meinen Grundfesten erschüttert und möchte einfach nur aufgeben. Und all das in dem Wissen, das es völlig unnötig ist, dass ich hier stehe und all das durchleiden muss. Weil Menschen nicht wertschätzen, was sie haben und auf dem Altar ihrer Bequemlichkeit, Feigheit und Angst alles opfern.