Thema: Ist doch schön hier?
Kati 22.06.2026, 14.34 | (2/0) Kommentare (RSS) | PL

Wir genießen die letzten Stunden an der Ostsee. Irgendwann werfen wir einen letzten Blick aufs Meer und gehen langsam Richtung Auto. Die Heimfahrt wird gut sieben Stunden dauern, wenn nicht länger, und es ist an der Zeit, dass wir uns auf den Weg machen. Die Heimfahrt selber ist erstaunlich unspektakulär. Wir hören unser Hörbuch weiter, diskutieren und langsam befällt das Tochterkind eine Art von Schwermütigkeit, die für mich nur schwer auszuhalten ist. Kati 29.03.2026, 23.00 | (0/0) Kommentare | PL
Irgendjemand [Ich] kommt auf die absolut hirnrissige Idee, den Sonnenaufgang an der Ostsee live miterleben zu wollen. Das Kind hat mit Henriette auf unserem mitgebrachten aufblasbaren Gästebett geschlafen und als ich einen guten Morgen wünsche, brummeln ein Teenager und ein Hund gleichzeitg von unter der Decke hervor. Dass sie sich ohne große Widerworte trotzdem aus dem Bett quälen, zeigt mir, dass ich mit meiner Idee so falsch nicht liege.
Wir sind alle erschöpft vom langen Tag, aber so richtig trennen möchte ich mich von diesen Menschen eigentlich nicht. Wir versprechen uns, uns bald wiederzusehen und nicht erst wieder zwei Jahre vergehen zu lassen. Und abends, als es schon dämmert und wir uns alle zum letzten Mal umarmen und zuwinken, da fühlt sich mein Herz an, als müsse es platzen vor lauter Glück und Frieden. Kati 28.03.2026, 23.00 | (0/0) Kommentare | PL
Bei Sonnenaufgang wecke ich das Tochterkind und frage, ob sie zum Meer möchte. Ich weiß, sie hat in fremder Umgebung nicht gut geschlafen und ihr fehlt ihr Schutzraum. Aber als ich frage, überzieht ein vorfreudiges Lächeln ihr Gesicht. Es ist manchmal schwer einzuschätzen, was ihre Dunkelheit erhellt, aber ich weiß, wir sind hier richtig. Also schnappen wir uns Henriette, fahren die paar Kilometer zum Deich und genießen Wind und Wetter und Nordseeluft. Im Laufen sehe ich, wie sich so viel Härte in der Kriegerin löst, sie innerlich weich wird. Es war eine gute Entscheidung, dass wir hierher gefahren sind.
Ich hatte so sehr gehofft, dass wir als gemeinsames Abenteuer alle zusammen über die Elbfähre fahren, aber Maike entscheidet sich, über Hamburg und durch den Elbtunnel zu fahren. Und wir treffen uns dann an der Ostsee wieder. Die Tochter und ich haben es nicht eilig. Wir halten an so gut wie jeder interessanten Stelle an. Wir sammeln kleine keimende Eichen am Straßenrand. Wir sehen die ganzen Garagenflohmärkte, so viele interessante Dinge. Und wir kommen nach einer Stunde an der Elbfähre an, müssen auch nicht lange warten. sondern dürfen schon auf das zweite Schiff, das anlegt, rauffahren.
Irgendwann am frühen Nachmittag kommen wir in Laboe an, parken erstmal irgendwo, schnappen uns Henriette und setzen uns an den Strand. Durch die frühe Jahreszeit sind auch gar nicht so viele Leute unterwegs. Kati 27.03.2026, 23.00 | (0/0) Kommentare | PL
Ich hatte solche Angst. Ich bin seit 2 Jahren nicht mehr selber Autobahn gefahren. Ich habe mir die kleineren Autofahrten über die letzten Monate nach PostCovid so hart zurück erkämpft. Jeden Tag ein bisschen mehr, ein bisschen weiter, ein bisschen stärkeres Zutrauen in das Leben, nachdem meine Welt so massiv gekippt ist.Kati 26.03.2026, 23.00 | (0/0) Kommentare | PL