Der Mann schlägt sich telefonisch seit Wochen mit diversen Ärzten und Psychologen für Zusatzkind2 herum.
Die Verhaltensauffälligkeiten, die nun in dem einen Jahr, das er bei uns ist, gefühlt täglich unerträglicher für die ganze Familie werden, machen uns langsam aber sicher kaputt. Die großen Kinder bezeichnen das Leben hier als schrecklich und sind froh, wenn sie in die Schule oder zu Freunden dürfen, das Tochterkind hat schon Wohn-Alternativen durchdacht und die Kleinen haben einfach nur Angst.
Ich bin so dankbar, dass jedes der Kinder so offen mit uns reden kann.
Die Familiensitzungen sind hart und schmerzhaft für alle Beteiligten.
Die psychologische Abteilung des Krankenhauses hatte uns vor einem Jahr sehr unfreundlich abgewiesen, weil er noch keine Tiere oder Menschen quält und das hinterließ viel Hilflosigkeit und Spuren bei uns.
[Auch wenn wir inzwischen diese Kriterien erreichen würden, aber gut.]
Die Familientherapeutin, bei der wir eigentlich Supervision haben, hat sich in diesem Jahr intensiv mit ihm beschäftigt und auch sie kam nicht viel weiter. Nun ist das Zusammenleben fast unmöglich geworden, weil all unsere Kraftreserven inzwischen aufgebraucht sind.
Also haben wir einen neuen Anlauf Richtung Psychiatrie gewagt. Und sind schon beim zweiten Psychologen fündig geworden. Sympatisch, kompetent und sie nimmt die Situation ernst.
Und wir haben eindeutig eine Marschrichtung.