Adventskalendertürchen Nr. 4

Nr. 4 – Die Frau mit Facetten

Jetzt erschrickt sie vermutlich erst einmal beim Lesen, aber das ist in Ordnung. Ich bin dieses Jahr für zwei Menschen in meinem Leben besonders dankbar und einer davon ist die Frau mit Facetten.

Wir kennen uns seit fast 15 Jahren (!) aus dem Internet und trotz zahlreicher Blogumzüge haben wir uns nie aus den Augen verloren. Ich habe damals nur 30 Kilometer von ihr entfernt gewohnt und schon damals hatte ich das Gefühl – das ist was! Inzwischen wohne ich 300 Kilometer von ihr entfernt und wünschte, ich hätte damals schon den Mut besessen, sie zu treffen.

Aber alles kommt zu seiner Zeit…

Und so schrieb sie mir Anfang des Jahres irgendwann den Vorschlag zu einem Treffen Ende September. September – das war noch verdammt lange hin und dementsprechend leichtfertig sagte ich zu. Würde schon schiefgehen, irgendwie… 

Was dann allerdings passierte, ist besser, als ich mit Worten ausdrücken kann. WhatsApp sei Dank hatte ich plötzlich eine Freundin im Alltag dazugewonnen. Warum haben wir das nicht vorher gemacht? Als ob 15 Jahre gegenseitige Sympathie auf der Lauer gelegen hätten, um dieses Jahr zu sagen: So. Jetzt machen wir mal was Ordentliches damit!

Als Freundin, Ratgeber, Herzausschütt-Person und Vorbild möchte ich sie nicht mehr missen.

Und als wir uns dann getroffen haben, widerfuhr mir weder der erwartete emotionale Meteoriteneinschlag noch irgendetwas ganz schrecklich Furchtbares, sondern es war, als wäre es nie anders gewesen und als würde diese wunderbare große schöne Frau jede Woche mit mir in meinem Esszimmer sitzen und mit mir Gespräche führen.

Das ist dieses Jahr ein unglaubliches Geschenk gewesen. Zu wissen, da ist jemand, der einfach da ist. Für mich, mit mir. Der sich mit mir freut, Anteil nimmt, mir im Denken so ähnlich und doch ganz anders ist.

Danke, dass es dich gibt!

Adventskalendertürchen Nr. 3

Nr. 3 – Hunde

Da muss ich nicht viel zu schreiben und könnte doch gleichzeitig Bücher mit meinem Glück und meiner Dankbarkeit füllen.

Der kleine Braunbär, der mal ein Hund werden wollte, ist in diesem Jahr in einem Umfang charakterlich gereift, dass ich ihn abwechselnd knuddeln, mit Keksen vollstopfen und anbeten möchte.

Er hat den Sprung vom Junghund zum erwachsenen Hund mit einer Klasse vollzogen, die ihresgleichen sucht. Ich bin so dankbar für diesen Gefährten.

Und als ob das nicht schon völlig ausreichen würde, haben wir in diesem Jahr Zuwachs bekommen. Mein Herz will einfach nur überlaufen vor lauter Glück.

Der kleine Eisbär, der in einer Zeit der Umwälzung zu uns kam, der eigentlich als Traum von mir schon ad acta gelegt wurde, und dann aber als das beste Hochzeitstagsgeschenk aller Zeiten Wirklichkeit wurde.

Der trotteligste kleine Welpe des Universums ist vor 7 Monaten hier eingezogen und stellt seitdem unsere und Ludwigs Welt auf den Kopf. Ich weiß noch nicht genau, was er mal werden möchte, wenn er groß ist – ich hoffe ja immer noch, ein Hund – und es ist alles anders als ich mir das vorgestellt habe, aber ich liebe jeden einzelnen Moment davon. Zwei solche Begleiter im Leben haben zu dürfen, erfüllt mich nicht nur mit Dankbarkeit sondern auch mit großer Demut.

Jeden Tag wieder.

Adventskalendertürchen Nr. 2

Nr. 2 – Familienleben

Wir haben harte Jahre als Familie hinter uns. Die Aufnahme der Zusatzkinder 2016. Einzug von Uroma 2017, katastrophaler Weggang des großen Kindes 2018, Zweitwohnung für das große Zusatzkind in Ausbildung Anfang 2019. Wir haben einen ziemlichen Streifen mitgemacht. Die drei Kleinen sind durchgeschüttelt und gerüttelt worden, aber auch wir als Erwachsene waren oft kurz davor, einfach alles hinwerfen zu wollen.

Seit Anfang diesen Jahres können wir wieder atmen. Das Haus gehört zu großen Teilen wieder uns, es ist nicht mehr alles so eng und beklemmend, die Streitereien sind mit dem Zusatzkind ausgezogen genau wie die ständige Alarmbereitschaft in Bezug auf Suizidversuche oder Angriffe.

Das macht nach den letzten Jahren vor allem eines: frei.

Ich bin wahnsinnig dankbar, dass unser Kern von all den Stürmen unberührt blieb. Wir fünf sind näher zusammengerückt. Nachdem ich Mitte des Jahres aus meiner Trauer um die Flucht der großen Tochter aufgetaucht bin, kann ich endlich wieder klarer auf das blicken, was ich habe: eine ganz wunderbare Familie. Dass sie gerade nicht dazugehören möchte, ist ganz allein ihre Entscheidung, die ich inzwischen akzeptieren kann.

Wir haben viele Regeln in diesem Trauerprozess einfach über Bord geworfen. Unser Umgang miteinander ist sehr viel freier, ehrlicher und lockerer geworden. Ich habe erkannt, dass ich sehr wohl einen großen Teil Verantwortung trage und in anderen Bereichen dafür aber nicht die Schuld, die mich fast erdrückt hätte. Ich bin dankbar für jeden Tag, den ich mit den Kindern verbringen darf. Und ich glaube, ich bin heute die beste Mutter, die ich je war.

Auch wenn das ganz anders ist als ich mir immer vorgestellt habe.

Adventskalendertürchen Nr. 1

Dieses Jahr war so voll, so umwälzend, so anstrengend, dass ich die Adventszeit nutzen möchte, mir zu vergegenwärtigen, wofür ich in diesem Jahr besonders dankbar bin.

Nr. 1 – Körper

Ich bin unglaublich dankbar für meinen derzeitigen Gesundheitszustand.

Mein Körper hat mich in diesem Jahr ganz anders gefordert als in den Jahren zuvor. Es ging nicht um Schadensbegrenzung oder um Symptomlinderung – es ging das erste Mal nach langer Zeit um Aufbauarbeit.

Seit März bin ich im Fitnessstudio und trainiere 3-5 Mal die Woche regelmäßig alle Muskelgruppen. Das Laufen musste ich wegen dem Arthroseknie zwar reduzieren, aber auch hier bin ich fit wie schon lange nicht mehr. Die schwere Entzündung von Ende letzten Jahres ist nach 6 Monaten ausgestanden gewesen. Ein paar Kilometer laufen? Kein Problem.

Mein Körper fühlt sich gut und kräftig an.

Die Lordose der Halswirbelsäule ist durch Training, Orthopädenbesuche und Änderung der Lebensführung komplett verschwunden. Auf dem Niveau kann ich nun endlich die erforderliche Gewichtsreduzierung angehen, die ich dieses Jahr nicht auch noch umsetzen konnte, aber ich übe mich in Nachsicht (ein eigenes Türchen, vermutlich).

Ich bin ärztlich in den besten Händen, habe gute Begleiter, alle Vorsorgeuntersuchungen dieses Jahr absolviert und bin bis auf die chronischen Krankheiten gesund. Ganz allumfassend.

Ich hoffe sehr, dass hier im nächsten Jahr dann auch „schmerzfrei“ stehen wird.