Ich habe seit der Geburt jeden Tag ein Foto gemacht.
Weil ich ganz tief hinten in meinem Kopf weiß, dass ich mir diese Zeit irgendwann ansehen will, wenn sie schon nur durch den Schleier von Angst, Schmerz und Panik wahrgenommen wurde.
Es wird heller, langsam, und ich sehe dieses Baby, dass nun 4 Wochen mit uns lebt und frage mich, wie es wohl vor zwei Wochen, vor drei Wochen, nach der Geburt ausgesehen hat.
Ich werde mir diese Bilder irgendwann ansehen.
Letztes Baby. Letzte Male. Ich räume die erste Kleidung nach und nach in Kisten – das erste Mal ohne leise Vorfreude und das Wissen, dass da noch ein Mitglied unserer Familie fehlt, das ebenfalls diese Kleidung in seinen ersten Tagen auf dieser Welt tragen wird.
Erste Schritte und letzte Schritte nebeneinander.
So schwer zu tragen. Allein damit.
So weit von meiner Mitte entfernt, wie es nur möglich ist.