Das Problem liegt wohl nicht in der Tatsache, dass kein Mensch immer nur depressiv sein kann, so sehr ich mich darum bemühe, diese Gesetzmäßigkeit zu durchbrechen. Es liegt vielmehr darin, dass auch Seichtigkeit eine Farce ist. Schüttet man einen seelischen Ozean mit dem Sand der Koketterie mit der Leichtigkeit des Seins zu, ist der wahre Grund trotzdem nicht in Pfützentiefe.
Das wahre Ich ist tief.
So viel ich über das Wetter reden kann und Babyfotos bestaune und hier mal ein entzücktes weibliches Gequietsche von mir gebe – es ist Farce. Anerzogen, erlernt, aufgestülpt und nicht zuletzt auch gewählt. Weil eine Existenz in dieser Tiefe nur sehr hässlichen Wesen zugänglich ist. Es ist dunkel dort, der Druck ist enorm hoch und es führt zu gar unmenschlichen und unnatürlichen Auswüchsen.
In meinem Leben will ich den Sand manchmal hochschütten, um die trügerische Sicherheit gewinnen zu können, ein ganz normales Leben leben zu können. Aber das Ich, das wahre und innerste Ich ist ein hässliches unzumutbares Wesen, das nur wenige Menschen ertragen könnten. Dort unten ist nur die vertraute Fratze, die Essenz, der Kern.
Nicht mal nur Ich, irgendwie. Und doch nur.