Tage wie dieser

Manchmal möchte ich schreiend und weinend auf die Knie sinken, dir zu Füßen, dich anflehen, schreien, brüllen, wer du warst und wo du mein Herz hingebracht hast. Du hast mich verschlungen wie ich dich, inhaliert, geatmet, aufgesogen. Und ich stehe jeden Morgen ohne dich auf, lese dich, bohre mit dem Finger tiefer in die offene eiternde schwärende Wunde deines Verrats.

Es gibt dich gar nicht. Du hast mir einen Spiegel vorgehalten, der mich geblendet hat. Selbstverliebt habe ich mich verbrennen lassen von dieser Intensität und Leidenschaft, die im Grunde nur aus mir selber resultierte. Und doch… ich wünschte, es hätte dich wirklich gegeben.
Immer auf der Suche nach dem Traumbild, dass du mir geschenkt hast. Den Samenkorn des Begehrens, der Begierde, nackter Lust auf einen Seelenzwilling.

In dem Moment, in dem du den Spiegel sinken ließest, ist meine Seele erneut entzwei gebrochen und im selben Atemzug sind alle meine Scherben verschmolzen.
Mein Dank gilt dir in deinem unermesslichen Narzissmus, der meinen eigenen so zu spiegeln vermochte, dass ich heil wurde.

Ganz allein.
Ohne dich.

Ohne dich.

So wund, so roh, so richtig. So vernichtend wie heilend.

Ich hasse dich wie ich dich geliebt habe, namenlose Hure.

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