Statt Liebesbriefchen ans Neugeborene ein weiteres Fazit.
Gewicht: stagniert. Kann daran liegen, dass ich zu Schmerzhochzeiten am Tag – und ich habe derer einige – bergeweise Zucker und Fett in mich hineinstopfe. Das betäubt wenigstens einigermaßen und hilft, die laut kreischenden oder nicht schlafenden Kinder zu ertragen bzw. den Mann nicht zu erschlagen.
Schmerzmittel: nehme ich wieder. Könnte stattdessen aber auch Smarties essen. Hätte den selben Effekt. Heute Nacht aktuell die Tageshöchstdosis eines Medikaments genommen, was mein Körper wiederum so scheiße fand, dass ich den Morgen kotzend auf Klo verbrachte. Mit weinendem Baby hinter mir, das ganz gerne stattdessen geschaukelt/gestillt/sonstiges werden wollte.
Familie: In meinem nächsten Leben bitte nicht, danke.
Schlaf: Ich habe mal davon gehört, ja. Soll toll sein.
Partnerschaft: Immerhin hören wir in unserem Schlafzimmer, wie die Nachbarn unter uns Sex haben. Auch wenn ich aufgrund der Taktfrequenz, in der das Bett der Nachbarn an die Wand haut, vermute, dass es sich um langohrige Nager handelt. Der pure Neid, der mich zu diesen Gedanken treibt. Wer möchte schon nicht gerne Bugs Bunny im Bett haben.
Depression: schön, sich an grauen Novembertagen oft bei dem Gedanken zu erwischen, dass wenigstens aufgeräumt ist, falls ich dem Leben plötzlich nicht mehr zur Verfügung stehe.
Freude: Die einzige Betätigung, die wirklich Freude und Zufriedenheit in mir auslöst, wurde aufgrund von Nervenschmerzen in den Armen nun auch gestrichen.
Fortschritte: Laufen wird besser.
Gebärmutterschmerzen sind auch erträglich geworden.
Und ich habe letzte Woche nur zweimal in die Hose gemacht. Einmal davon auf dem Spielplatz, auf dem ich mich mit nasser Hose und unter 10 Grad geweigert habe, nach 5 Minuten zu sagen, dass wir nach Hause müssen, weswegen ich jetzt noch eine feine kleine Entzündung mehr habe. Aber wer zählt schon.
Ich versuche, nicht verrückt zu werden.
Aber langsam gehen mir die Optionen aus.