Die schwere Stahltür fällt leise ins Schloss und es ist still. So still.
Ich atme tief aus. Nur ich. Endlich. Gefürchtet, gehasst, ersehnt.
Ich gehe ein paar Schritte durchs Haus, sehe die halbgegessenen Tortenstücke vom Geburtstagskuchen am Morgen. Geschenkpapier auf dem Fußboden. Zeichen einer Familie. Ich konnte immer schon gut lügen. Heute früh habe ich emotionslos mit einem liebevollen Lächeln auf dem Gesicht gesungen, um den Schein zu wahren. Scheinheiligenschein.
Keine Blöße, keine wahren Gefühle, keinen Schmerz zeigen.
Nichts ändert sich. Nichts. Egal, wie viele Tränen ich gestern geweint habe, wie viele Tränen ich heute oder in Zukunft weine, es ändert sich nichts. Gar nichts. Es wird nicht ungeschehen.
Ich suche verzweifelt nach der Unbändigkeit, der Wildheit, dem Glauben in meiner Seele. Nach dem Teil meiner Selbst, der in grenzenloser Arroganz und anmaßender Liebe zum Leben jeden Anspruch erhebt, den er will.
“Immer nur du”, flüstert es in meinen Gedanken. Wie oft habe ich diese Worte gehört, geglaubt? Glauben wollen.
Zerbrochen.
Ich habe nichts mehr. Nur Lügen, eine falsche Basis und eine Illusion, die ich für kostbare Realität hielt. Lacht er heimlich ob meiner Naivität? Gibt es den Mann, den ich zu sehen glaubte? Nicht hier. Nicht in ihm.
So sinnlos.