Angst.
Monat: Oktober 2014
Salz auf meiner Haut
Heilung ist immer schmerzhafter als die Wunde, die schon im Schlagen im Adrenalinrausch untergeht.
Das Danach ist es, das wehtut.
War doch nicht der, den du erträumtest,
ein schwacher Mensch, der es versäumte,
sich deiner heilen Welt zu beugen,
sich immer nur im Kreis zu drehn.
So trage weiter deinen Kopf
so hoch wie es nur eben geht.
Es tut manchmal schrecklich weh,
der Wahrheit ins Gesicht zu sehn.
Komm halt mich noch einmal,
mit all der Kraft, die dir noch bleibt…
Marius. Wie immer zur richtigen Zeit.
Seit 26 Jahren.
So wie du warst
Ich komme aus einer Welt, in der es keine Gnade gibt.
Kein Grau.
Kein Verzeihen.
Kein Verständnis.
Meine Welt drehte sich um das Schwarz und das Weiß. Um Rache. Vergeltung.
Und nun soll es ausgerechnet ich sein, die dazu ausersehen wurde, diese Dinge mit sich zu tragen?
Ohne Möglichkeit, das Schwarz über das Grau zu decken, noch es mit dem gnädigen Weiß einer verklärten Erinnerung zu bestatten?
Ich? Ausgerechnet ich?
Wo ich kaum atmen kann vor Schmerz, kaum denken vor Verzweiflung… ich? Ich sehe es an, dieses so viel ältere und reifere Ich des Jungen, den ich damals geheiratet habe und jeden Tag stockt mir aufs Neue der Atem ob seiner Attraktivität, Intelligenz und Erfahrung.
Und es wäre leicht, sich in genau diesen Mann zu verlieben.
Zu vergessen, zu verdrängen, zu verleugnen.
Nur das Heute zu sehen.
Und erneut das Unmögliche zu hoffen.
Aber würde ihm das gerecht werden?
Wieviel Unrecht tue diesmal ich uns beiden?
Er ist nicht nur sein Weiß. Er ist auch sein Schwarz und er hat ebenso ein Recht darauf wie ich.
Letztendlich bleibt das mir so verhasste Grau, das ich nie sein noch akzeptieren wollte.
Er. Ich. Wir.
So wie du warst, bleibst du hier
so wie du warst, bist du immer bei mir
so wie du warst, erzählt die Zeit so wie du warst
bleibt so viel von dir hier…
Tränenmeer
Hoffnungsschimmer
Oktoberkinder
Wer im Oktober Geburtstag hat, ist auf jede nur denkbare Art und Weise gesegnet.
Es ist der schönste, farbenprächtigste, außergewöhnlichste, wechselhafteste Monat des ganzen Jahreskreises.
In keinem anderen Monat liegen Anfang und Ende, Saat und Ernte, Leuchten und Verblassen, Licht und Dunkelheit so nah beieinander.
Ein Tag mit 25 Stunden. Nur für mich. Gesegnet.
Argwohn
Es hatte seine Zeit und es hatte seinen Platz.
Was bleibt heute?
Sehnsucht. Angst. Liebe. Hass.
Bewegung
Stillstand ist Rückschritt hämmert es in meinem Kopf, doch ich kann mich nicht bewegen. Keinen Millimeter. Weder nach vorne oder nach hinten noch zur Seite. Ich kann einfach nicht. Gelähmt.
Lauf zischt es unbarmherzig, doch ich kann nicht.
Der Schmerz ist nur still, nur teilnahmslos, nur atmend und verharrend zu ertragen. So wie die Wehen damals. In einer anderen Welt zu einer anderen Zeit. Wo sich das Universum nur noch auf den nächsten Atemzug konzentriert, weil man sonst verrückt werden würde, den Schmerz nicht aushalten könnte und ob der Ungewissheit der Dauer schier verzweifeln würde, würde man an mehr als nur ans Ein- und Ausatmen denken.
Ich kann nicht mehr. Ich will nicht mehr.
Würgereiz
Es muss doch irgendwann aufhören, immer einfach noch mehr wehzutun.
Lähmend
Will nur Ablenkung. Betäubung.
Die Zeit rumbekommen, bis ich wieder schlafen kann.
Tief und traumlos.
Dafür muss ich müde sein. Übermüdet, völlig am Ende.
Sonst kommen die Träume wieder.
Morgens kaum aus dem Bett kommen und die sinnlose Leere in meinem Leben erneut mit Ablenkung ertragen.
Das Minimum an Pflicht erfüllen.
Und dann warten.
Bis der Tag gnädigerweise zuende geht und die Nacht kommt.
Und das Vergessen.
Nur kurz. Nur ein paar Stunden.
Immer wieder.
So sinnlos.
Sackgasse
Ich kann nicht mehr.
Ich will alles hinwerfen.
Alles.