Vani

Vani ist ein eigenes physikalisches Phänomen.

Wo andere einen Bossraum betreten, scheint sie zunächst einmal zu überprüfen, ob ihr Outfit der Situation ästhetisch gewachsen ist. Während ringsum Waffen geschärft, Fähigkeiten sortiert und Mechaniken erklärt werden, steht Vani da mit pinker Haarsträhne und der wesentlich wichtigeren Frage: Kann man in diesem Outfit auch unter modischen Gesichtspunkten kämpfen?
Man ahnt sofort: Der Abend wird schwierig. Aber hübsch.

Was danach folgt, ist kein gewöhnliches Chaos. Es ist hochindividuelles Vani-Chaos. Sie schießt Dinge an, die noch gar nicht angeschossen werden sollten, bleibt an Stellen hängen, von deren Existenz andere Spieler bis dahin vermutlich nichts wussten, und schafft es offenbar zuverlässig, aus völlig harmlosen Einrichtungsgegenständen persönliche Endgegner zu machen. Wo Vani „Ich stecke fest“ ruft, beginnt keine Panik mehr. Es greift Routine. Man kennt das. Man kommt. Man befreit Vani von der Architektur.

Besonders bemerkenswert ist ihre Fähigkeit, auch Bewegungsmechaniken kreativ neu zu interpretieren. Sie springt zurück, stellt sich tot und pullt Gegner mit dem Hintern. Das ist kein Gameplay mehr, das ist Performancekunst. Andere spielen nach Klassenmechanik. Vani spielt nach Impuls, Schwerkraft und einer sehr lebhaften Beziehung zum Zufall.

Vani ist also nicht einfach planlos. Sie ist auf eine Weise konsequent unplanbar, die eine Gruppe erst zu einer Gemeinschaft macht.

Zwischen Panik, Konfetti und taktisch fragwürdigem Körpereinsatz bleibt vor allem eines völlig klar: Ohne sie würde vermutlich mehr funktionieren. Aber sehr viel weniger passieren.

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