Ich würde es der Tochter und dem Schwiegersohn so gerne ersparen.
Den Kampf, den kenne ich. Nur zu gut. Die Auseinandersetzung mit denen, die einen Anspruch ableiten, den sie gar nicht besitzen. Die so lange auf Familie pochen, bis aus einem Wort, das Verbundenheit ausdrücken sollte, nur noch Verpflichtung wird.
Man sollte meinen, sie wüssten doch noch, wie es war. Es ist doch kaum 25 Jahre her, als sie selber ihr erstes Kind in Armen hielten, völlig überfordert in eine neue und unbekannte Rolle hineinwachsend, unsicher, übermüdet, sich ständig fragend, ob man es schaffen wird, dieses kostbare kleine Geschöpf am Leben zu halten und dabei selbst nicht verrückt zu werden.
Aber sie haben vergessen. Und so zerren und ziehen und fordern und wüten sie in diesen zarten Banden herum, getrieben von ihrer eigenen Egozentrik und Bedürftigkeit, über ein neues Leben verfügen zu wollen, das ihnen nicht mal gehört.
Dabei verlieren sie die jungen Eltern so grundlegend aus dem Blick, dass jede Bemerkung wie ein Todesstoß gesetzt wird, die Bindung zu Kind und Schwiegerkind herabsetzend, die nur noch dafür da zu sein scheinen, das geliebte Enkelkind zur Verfügung zu stellen, wie es den Großeltern am besten in den Kram passt.
Wie kann man so sein?
Sprachlos.