Wehmut

Was habe ich denn nur erwartet?
Offene Arme?
Die Beteuerung, mich zu lieben und ohne mich nicht leben zu können?
Meinen Schmerz zu verstehen, wenn ich ihn äußere und ihn nicht wieder wegzuerklären?

Ich Narziss.

Gefangene meiner eigenen Eitelkeit, gefesselt an die erfundenen Bilder meines in mich selbst verliebten Gehirns.

Mein größtes Laster ist wohl die Kopflosigkeit des Herzens, jene, die mir mehr Schwierigkeiten bereitet denn Vorteile bringt, weil die anderen einfach absteigen, wenn das Pferd tot ist, während ich noch obenaufsitze und den Gaul anschreie, gefälligst wieder aufzustehen – zu verliebt in die Idee, auf eben genau diesem Tier in den Sonnenuntergang zu reiten, Zeit und Wegstrecke verlierend, weil ich nur mich sehe.

Aber auch das prachtvollste Tier wird hässlich, wenn es in zu großer Hitze schlussendlich verrottet.

[Und während ich mich meinen rosafarbenen Kleinmädchenträumen hingebe, versetzen zwei kleine Worte dem Herzen den finalen Todesstoß. Idiot. Ich.]

Humpel ich eben allein in diesen beschissenen Sonnenuntergang.

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