Der Alltag geht weiter und mit ihm all die alltäglichen Kleinigkeiten und die Arbeit, die nicht auf andere Zeiten warten will, sondern mal lauter, mal leiser rufend den Schreibtisch befüllt und damit meine Gedanken verstopft.
Butz hat heute frei und wir genießen das sehr, auch wenn ich bislang weder meine Morgenrunde im Haushalt vollenden konnte noch das Mittagessen vorbereitet ist oder auch nur ein Bruchteil der Arbeit erledigt wurde, die für den heutigen Tag dick und fett in meinem Kalender steht. Nachher muss ich damit nicht mehr anfangen, wenn drei große Kinder von Schulalltag, Problemen und erlebten Dingen erzählen und das Haus wieder laut machen.
Daneben geht der ganz normale Wahnsinn weiter, sechs Leben und sechs mal Freizeit und Arbeit und Pflichten so zu organisieren, dass niemand zu kurz kommt, jeder sich gesehen fühlt und keiner irgendwo vergessen wird. Vielleicht ist die größte Herausforderung, in ebendieser Struktur niemals den Anschein zu erwecken, als wäre es genau das.
Natürlich sind die Tage der Kinder durchstrukturiert, natürlich will es gut organisiert sein, wenn der eine hier schwimmen geht, der andere dort Sport macht, zwei der Kinder spontan mit mehreren Freunden nach Hause kommen und gleichzeitig die Reitlehrerin anruft, das Reitkind könne heute auch eine Stunde früher da sein, während man selber dringend mal mehrere ruhige Stunden für die neue Marketingkampagne bräuchte.
Aber sobald ich anfinge, mich permanent gehetzt zu fühlen, würde ich wohl ganz grundlegend etwas falsch machen.
Ich liebe dieses Leben, ganz allumfassend.
[Und auch hier wieder der unausweichliche Gedanke: Wie würde es wohl werden, plötzlich zwei mehr zu sein?]