Manchmal ist alles so negativ, so destruktiv, so zerstörerisch, so grausam.
Ich möchte weglaufen und sie alle sich selber überlassen.
Warum tue ich es nicht?
Vielleicht habe ich Angst, dass sie ohne mich prima zurecht kommen würden.
Manchmal ist alles so negativ, so destruktiv, so zerstörerisch, so grausam.
Ich möchte weglaufen und sie alle sich selber überlassen.
Warum tue ich es nicht?
Vielleicht habe ich Angst, dass sie ohne mich prima zurecht kommen würden.
Ich hab ja schon viel erlebt. Ich steckte in Fahrstühlen, in Garagen, Kellern, Bunkern, etc. fest, weil entweder die Technik versagte oder ich zu dusselig war, den Schlüssel mitzunehmen oder die Tür offen stehen zu lassen… Die Liste ist beliebig verlänger- und erweiterbar.
Was früher Abenteuer war und entscheidend zum Prägen des Charakters beigetragen hat, ist in einem Parkhaus nach einer Stunde Einkauf mit zwei recht ungehaltenen Kindern und ca. 20 Autos hinter einem in der Schlange (wo sonst nie jemand hinter mir steht) ein echter Albtraum.
Ich habe das Parkticket lochen lassen, ich habe es im Parkautomaten stempeln lassen und da saß ich dann und starrte fassungslos und ungläubig auf die Meldung:
Parkticket nicht gültig
Leider änderte auch das 4. Einführen nichts an dieser Meldung (genauso wenig wie das begleitende Hupen des Hintermannes) und die Schranke blieb unbarmherzig zu.
Die meisten wissen, was passiert, wenn man vorne vor einer Schlange steht, in der die Autos alle möglichst eng aneinander stehen und dann den Rückwärtsgang einlegt.
Gar nichts.
Ich musste nun aber leider ca. 3 Meter zurücksetzen, um überhaupt zur Seite fahren zu können.
Der nette Huper hinter mir bekam in seinem neuen tiefergelegten BMW anscheinend Panik, ich wolle ihn als Strafe für sein Hupkonzert jetzt rammen, ließ seinen Motor aufheulen und legte wohl den Rückwärtsgang ein, was wiederum seinen Hintermann zu einem empörten Aufhupen veranlasste.
Um es abzukürzen: Ich bin wieder ins Geschäft gerannt und habe der Informations-Tussi-Angestellten meine Misere geschildert. Die erzählte etwas von Prüfung und dem Bezahlen eines Tagessatzes (bitte, wie? weil der doofe Automat meinen Schein nicht richtig stempeln kann???) und rief erst mal einen Techniker. Es konnte sich also nur noch um Stunden handeln.
Nach eingehender Prüfung stand für den guten Mann fest, dass ich etwas grundlegend falsch gemacht haben muss. (Frauen. Technik. Haha.)
Er verabschiedete sich mit den Worten, dass er da auch nicht weiter wüsste und ließ seine unfähige Kollegin mit dem Problem (mir) allein.
Noch während ich mir anhören musste, dass so etwas eigentlich GAR NICHT möglich sei, wenn man alles richtig machen würde, kam die Mutter eines Tochterfreundes, die ebenfalls dort arbeitet, hinzu.
3 Sekunden später hatte ich einen neuen Parkschein und 2 Minuten später habe ich das Parkhaus verlassen. (Sonnenlicht! Oh du herrlicher Quell des Lebens!)
Was lerne ich daraus?
Automaten sind doof.
Parkhäuser auch.
Frauen verstehen nichts von Technik.
Der Kunde ist immer Schuld.
Beziehungen bringen einen im Leben IMMER weiter.
Ich habe letzte Woche eine sehr beeindruckende Predigt gehört und beschäftige mich gedanklich nun schon seit Tagen damit.
„Verzeihen ist sehr eng mit dem Wort verzichten verbunden.
Ich verzeihe dir bedeutet immer auch:
Ich verzichte darauf, dass du dich so verhältst, wie ich es mir wünsche.“
Wenn man nach diesem Anspruch leben will, ist verzeihen eigentlich unnötig, weil der Verzicht auf das Handeln des Gegenübers nach eigenen Wünschen und Wertmaßstäben schon im Vorfeld elementarer Bestandteil der Beziehung ist.
Verzeihen also eine Frage des Respekts?
Sohnemann krank. Töchterlein ungehalten, schlaflose Nächte, Mann wird krank, ich bin es noch. Schmerzen zuhauf, schönes Wetter, aber kühl und ein wunderbarer Brief in der Post.
Bald haben wir es geschafft.
Nächste Woche: Ämtermarathon.
Aktuell das größte Problem der Tochter:
Und wann fragt der Beamte mich, ob ich Papa heiraten möchte?
Er schafft mich ganz einfach.
Die Frage nach dem Warum ist müßig. Er ist wie er ist, genau wie meine Tochter nun mal war wie sie war. Und trotzdem graust mich der Gedanke, das Ganze noch mal drei Jahre durchzustehen.
Manchmal möchte ich mit dem Fuß aufstampfen und mir andere Kinder wünschen.
Welche, die einschlafen.
Durchschlafen.
Die sich nicht wehren, weil sie Angst haben, etwas zu verpassen.
Welche, die sich ankuscheln können und nicht versuchen, die Müdigkeit wegzubrüllen.
Die abends ins Bett gehen, bevor auch wir Erwachsenen zu müde sind für irgendetwas anders.
Die sich einlassen können auf Ruhe und Genuss auch ohne Wildheit.
Welche, die mich nicht jeden Tag so an meine Grenzen bringen.
Das wären dann bloß nicht meine Kinder.
Also. Kopf hoch und weiter gehts.
Nur weil ein Bild nicht verwackelt sondern scharf ist, ist es noch lange nicht schön.
Manchmal habe ich das Gefühl, dass sie, sobald ihr ein scharfes Bild gelungen ist, so froh darüber ist, dass sie nichts anderes mehr sieht.
Sie darf einmal mehr über mich und meinen Körper entscheiden.
Bei der Hochzeitszeitung ist ein dermaßen misslungenes, verwackeltes Bild von mir, auf dem ich aussehe wie zu viel getrunken, jahrelang herumgehurt und nach einem schweren Drogenentzug. Werde ich gefragt, ob dieses Bild von mir verwendet werden darf? Nein, natürlich nicht, warum denn auch, Hauptsache überhaupt eines der raren Bilder des Mädchens.
Und da wundert man sich, warum ich aus Überzeugung nicht auf ihren Fotos auftauchen will? Ist nicht wahr, oder?
Die Fotos von heute sind ein Dreck. Ich frage mich, wie viele Gedanken man sich gemacht hat, wenn man jemanden ablichtet, der gebückt vor einem steht, um ein Kind von einem Regal wegzuholen. Wie krank muss man sein um das als ein akzeptables (weil überhaupt vorhandenes) Foto in Erwägung zu ziehen???
Der Tag war lang. Und anstrengend. Und schmerzhaft. Ich möchte nach Hause, in mein Bett, in den Arm meines geliebten Mannes.
Und schlafen, schlafen, schlafen.
So.
Der Kobold und ich haben unsere tägliche Grundreinigungsrunde hinter uns und er hat es tatsächlich geschafft, auf den Staubsauger aufzusteigen um sich ziehen zu lassen.
Ich möchte gern heute und morgen noch ein Kleid fürs Töchterchen entwerfen und nähen, weiß aber nicht, ob ich das vor dem Urlaub noch schaffe.
Der nächstgrößere Sitz für Sohnemann ist aus dem Keller geholt worden, die Schale hat schon eine erfrischende Dusche hinter sich und der Bezug darf gerade ein entspannendes Schaumbad in der Waschmaschine nehmen.
Mal sehen, ob er mir das übel nimmt…