Agonie [Anne]

Es würgt und schüttelt mich. Der erste Schritt hin wäre so einfach, eine Hand, die gereicht wird, die von mir kommt. Und ich kann nicht. Ich kann nicht. Ich nehme diese meine Grenze so plastisch wahr, dass ich selbst bei dem vorsichtigen Gedanken an einen Schritt nach vorne fast körperlich spüren kann, wie massiv sie ist. Es ist kein Schatten, über den ich springen müsste, es wäre eine grundlegende Missachtung meiner ureigenen Bedürfnisse und des Grundrespekts, den ich einfordere. Ich kann nicht.

Es gibt kein Vor und es gibt kein Zurück. Ein Totschlagargument ist immer ein Ende. Die Gewalt und die Wucht, mit der es herausgeholt wurde, zeigt mir die Wunde. Nicht meine.

Ich drehe mich im Kreis und möchte genau jetzt gerne aufgeben. Einfach so. Schlaff zusammensacken, was mich so viel Kraft und Vernunft kostet und aufgeben.

Früher habe ich auf Manipulationsversuche anders reagiert. Und es ist mir so vertraut, dieses Muster. Ich erkenne mich wieder, möchte mich anschmiegen an diese Abwärtsspirale aus Unerfahrenheit und Machtgier, weil ich sie kenne. Ich möchte den Therapeuten, den zu spielen so verlockend ist, gerne einfach nur in den Arm nehmen und versichern, dass ich genauso war.

Damals. Es ist so viel passiert und Augenhöhe benötigt nicht dasselbe Alter.

Aber vielleicht einen ähnlich langen Weg.

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