Wenn ich an meine Eltern denke, bin ich so gut wie im Reinen mit mir, mit ihnen, mit den Dingen, die damals passiert sind.
Meistens.
Also sehr oft zumindest.
Was sich aber in den letzten Jahren tatsächlich grundlegend verändert hat, gerade innerhalb der Jahre, die wir nun keinen Kontakt mehr haben, ist meine Art, über sie zu denken. Sie sind aus Deutschland weggezogen, haben in ihrem Traumland ein Häuschen gekauft, sind Mitte 60 und wenn ich heute an sie denke, dann denke ich an ruhige graue Menschen, die ihren Seelenfrieden gefunden haben.
Die vielleicht ruhiger geworden sind, nicht mehr so grausam und gewaltätig… Die viel in der Natur sind, ihr Leben genießen und einfach ihren Frieden mit den Dingen gemacht haben. Und ich wünsche ihnen von ganzem Herzen, dass sie glücklich sind.
Das ist neben dem Gefühl, sie nie wiedersehen zu wollen, das vorherrschende Thema, wenn ich an meine Eltern denke.
Bis heute.
Bis ich Post von ihren Anwälten bekam.
Und meine Seifenblase von den glücklichen älteren Menschen, die sich verändert haben, zerplatzt.
Sie sind boshafter als jemals zuvor.