Es fing mit einer Angst- und Panikattacke an, ging in unkontrolliertes Zittern über und mündete schlussendlich in einer kompletten Automatikübernahme meiner Außenfunktion.
Tage nach Wochenenden sind immer hart, weil ich am Wochenende grundsätzlich nur selten zum Funktionieren gezwungen bin, aber heute war grenzwertig. Der neue Ablauf mit dem nun wieder in den Kindergarten gehenden Kind, einem total chaotischen Sohn, der so ziemlich alles hochtriggert, was ich in meiner Kindheit erlebt habe, einer Tochter, die sich der Geschlechtsreife in riesengroßen Schritten nähert, ein Baby und die Großbaustelle Ehe sind einfach zu viel.
Es wirft mich von einem Zustand in den nächsten und ich weiß – ich brauche Abstand. Abstand ist aber gleichzeitig das Verleugnen meiner Verletzlichkeit. Ohne Verletzlichkeit bin ich schlicht und einfach nur ein Arsch. Ein sadistischer narzisstischer dominanter Mensch ohne Mitgefühl. Ein Arschloch eben. Hat man mir ja oft genug mitgeteilt.
Das immerwährende Ringen zwischen Anlage und Wahlcharakter wird mich noch umbringen. Berg- und Talfahrt zwischen Arroganz und Angst, Hochmut und Panik.
Ich weiß, woran es liegt, ich weiß, es wird wieder besser, ich weiß, ich weiß… Destruktive Gedanken, immer wieder, was wäre wenn…
Müßig.
Ich muss mit mir leben, ich muss mich meiner Umgebung verträglich machen, ich muss, ich muss, ich muss…
Ich will. Ich will das tun.
Ich WILL ein normales Leben führen können, ungeachtet all dessen, was passiert ist.
Heute ist ein Tag, an dem sich die Entscheidung falsch anfühlt.
Heute Nacht, heute früh, jetzt, nachher…
Bleibt nur das Ausharren, Aushalten, Warten…
Schmerzhafte Lektionen in Demut.