Hilfsbereitschaft

Wenn man mit drei kleinen Kindern, 40kg Einkauf auf dem Rücken und einer Palette Joghurt auf dem Arm gerade zwischen zwei Stockwerken das kleinste Kind die Treppen hinaufbegleitet, weil es die aus sicherheitstechnischen Gründen noch nicht alleine laufen darf und das Kind dann abrutscht und man sich entscheiden muss, was man nun festhält, lasse zumindest ich zuerst die Joghurtbecher fallen.

Wenn in genau diesem Moment, in dem die Becher fallen, ich stolpere, das Kind nach vorne auf den Treppenabsatz schubse, damit es sicher bleibt und zwei, drei Treppenstufen nach unten rutsche und mich mit dem knappen Zentner Einkauf auf die Treppe lege, der Nachbar, für den ich jeden verfickten Tag seine Pakete annehme, wegen derer der Postbote das Baby aus dem Mittagsschlaf klingelt, ins Haus kommt und auch sieht, was da gerade passiert ist und dann nett grüßt, sich an mir, die ich da so im Weg auf der Treppe liege, vorbeischiebt, die großen Joghurtpfützen gekonnt umrundet, den Sohn zur Seite schiebt und dann mit einem amüsierten „vielleicht das nächste Mal besser zweimal laufen“ in seiner Tür verschwindet, dann fehlen mir einfach nur die Worte.

Heiße Tränen waren dafür viele da, als ich mich aufrappelte, die Kinder beruhigte, Herrn Honig kontrollierte und meine lädierte Vorderseite ignorierte.

Ich schiebe das brüllende Kleinkind nach oben, der Sohn übernimmt den Rest Begleitung bis nach oben, ich stelle die Tasche und die Joghurtbecher zur Seite und putze mit Teilen des Einkaufs (wie pratkisch) erst mal die Treppe.

Ja, vielleicht laufe ich das nächste Mal besser zweimal.
Dafür läuft er ab sofort jeden Tag zur Post.

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