Wie viele Tage sind es nun? Zu viele.
Betrug dröhnt es in meinem Kopf und ich will rennen. Lügen. Ich will fliehen. Laufen. Einfach immer nur immer weiter. Als gäbe es kein morgen. Meine Welt hat aufgehört, sich zu drehen. Stillstand. Rückschritt. Die alten Dämonen und Wächter lachen diabolisch, während ich Zug um Zug meinen alten körperlichen Zustand wiederherstelle.
Stell dich nicht so an. Los.
Ich spüre, wie die Muskeln aufschreien, um Gnade winseln. Sie können nicht mehr. Ich kann nicht mehr. Ich schnaufe. Ich keuche. Ich bekomme keine Luft mehr. Es muss sein. Du willst doch laufen. Was willst du mit deinem Schutzschild und deinem Panzer aus Fett, wenn du den Verräter doch dahinter gelassen hast? Du Närrin.
Ich höre sie kichern, wie ich hier stehe und mein Körper um Erlösung fleht. Meine Lunge atmet nicht mehr, sie kreischt bei jedem Atemzug. Ich kann nicht atmen. Ich kann nicht mehr stehen. Und doch quäle ich mich unerbittlich durch die Übungen, die ich einst zwischendurch innerhalb von einigen Minuten zum Aufwärmen vor dem Kämpfen mit Leichtigkeit nebenbei absolviert habe.
6 Tage habe ich nichts gegessen. Jeder Gedanke an Nahrung, jeder Geruch verursachte eine dermaßen ausgeprägte Übelkeit, dass ich würgend über der Toilette hing.
See me run.
Ich will das nicht. Ich will mein altes Leben zurück. Vielleicht ohne Arschlöcher und ohne die Illusion, dass alles in Ordnung ist.
Ach nee, geht ja gar nicht.
Lauf.