Groktan

Groktan ist kein Lied.
Groktan ist ein militärisches Ereignis mit Axt.

Hier hat niemand vor, leise irgendwo durch eine Seitengasse zu schleichen. Wo Groktan auftaucht, kracht Stahl auf Knochen, die Nacht ist selbstverständlich dunkel und die Erde bebt. Subtilität wäre hier vollkommen fehl am Platz.

Groktan betritt keine Szene – Groktan überrollt sie.

Die Figur ist hier eine prachtvolle Überhöhung des archetypischen Kriegers: Entschlossenheit wird zu Unerschütterlichkeit, Mut zu völliger Furchtlosigkeit und Kampfkraft zu einer Art beweglichem Belagerungsgerät. Die Narben sind folgerichtig kein bedauerlicher Kollateralschaden, sondern sein Königskleid.

Hinter diesem finsteren Einzelkämpfer stehen im Normalfall fünfzehn Mann. Wir. Als Gilde.

Das ist entscheidend, denn Groktan ist bei aller martialischen Inszenierung kein einsamer Berserker, sondern Orientierungspunkt unserer Gemeinschaft. Er hebt den Schild, rennt los – und hinter ihm denkt niemand: „Vielleicht sollten wir erst einmal kurz die Mechanik besprechen.“
Nein. Man folgt.
Wohin? In die Dunkelheit.
Warum? Weil Groktan da vorne ist.
Das reicht uns als taktisches Konzept völlig aus.

Der Refrain wiederum funktioniert weniger wie ein Lied als wie eine gemeinschaftliche Beschwörungsformel. Man hört förmlich unsere Raidgruppe, die jede Form differenzierter Kommunikation aufgegeben hat und stattdessen kollektiv den Namen ihres Kriegers brüllt.

Dahinter liegt etwas viel Größeres als pure Stärke:
Vertrauen und Sicherheit.

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