
Man stelle sich das einmal vor: Heldenklasse, Jahrtausende Drachenmythologie, Feueratem, Hörner, Flügel – und am Ende lautet die zentrale Botschaft sinngemäß: „Habt ihr alle genug Lebenspunkte?“
Ihre Größe entsteht nicht aus Dominanz, sondern aus freiwilliger Zurücknahme. Farasha könnte Eindruck schinden, Macht demonstrieren, majestätisch durch die Gegend gleiten; wo andere Drachen Gold horten, hortet Farasha vermutlich Verbände, Manatränke und das stille Bedürfnis, dass es bitte allen gut gehen möge.
Sie besitzt als Evoker unglaubliche Macht, aber sie zeigt sie nicht. Das ist ungefähr so, als würde man einen voll bewaffneten Kampfhubschrauber dazu nutzen, Senioren über die Straße zu begleiten.
Sie schafft es trotzdem, gelegentlich über eine unsichtbare Teppichkante zu stolpern. Der Drache verliert nichts von seiner Würde, nur weil er fehlbar ist.
Sie ist der Drache, bei dem man irgendwann merkt, dass man seit drei Stunden umsorgt wird, während sie nebenbei behauptet, das sei doch wirklich nichts Besonderes.
Und vermutlich entschuldigt sie sich anschließend noch dafür, dass ihre Flügel im Weg waren.