Versuche, mich in der Verletzlichkeit zu halten. Liebe. Menschlichkeit.
Auf der anderen Seite erwarten mich ausgeprägte Unfähigkeit, mit irgendetwas oder irgendjemandem Mitleid zu empfinden. Sadismus. Gewalt. Paranoia. Noch schläft sie, flüstert es leise. Aber ich merke, dass mein Widerstand schwächer wird. Das Leid, die Erinnerungen an die Demütigungen, die Zersplitterung meiner Selbst… Ich kann nicht zurück. Ich habe Kinder. Ich habe eine Ehe. Verantwortung. Ich will nicht zurück. Ich will auf dieser Seite bleiben. Ich will mich verletzen lassen, weil Gefühle und Empathie und Verletzlichkeit mein Menschsein ausmachen. Mir Liebe ermöglichen, wo nie welche war. Ich werde das nicht aufgeben. Ich kenne die Alternative.
Mit ihrem Erwachen kommt die Gewalt. Mein Herz verkümmert wieder zu dem kleinen Klumpen aus Stein, der mir maximalen Erfolg, Spaß, und Unversehrtheit garantiert. Ich muss dann hier weggehen. Ich muss sie verlassen, die ich bei mir haben möchte, um sie nicht genauso zu misshandeln, wie ich misshandelt wurde. Ich spüre mich kaum noch. Alles wird schwächer. Die Lebendigkeit erwächst aus der Arroganz, etwas Besseres zu sein. Farbenfroh, bunt, verführerisch lockt es, die Grenze zu übertreten. Merke, wie sehr ich genervt bin. Von Menschen. Von den Kindern. Vom Mann. Beginne, mich geistig über sie zu erheben. Habe Gewaltphantasien. Spaß daran, mir ihr Leid auszumalen.
Ich kenne die Anzeichen. Ich spüre die Kraft. Und es wäre so leicht. Zitternd sitze ich hier, habe jedes Lebenwesen aus meiner Nähe verbannt, um nicht zu verletzen. Ich habe mir geschworen, dass die Tradition, die Generationen von Psychopathen andauert und die eine lange Geschichte von Gewalt und Unglück beinhaltet, bei mir enden wird.
Mir war auch klar, dass ich dafür unter Umständen alles aufgeben muss, was ich verletzen könnte.
Dann eben allein.
Enden wird es bei mir.
So oder so.