Nachwehen

Ich habe Muskelkater.
Eineinhalb Stunden in höchster Muskelanspannung zu sitzen und sich zu disziplinieren, nicht einfach panisch brüllend zu flüchten oder die Erinnerungen hochkommen zu lassen und dabei noch so sozialisiert zu wirken, dass die Beteiligten meinen Geisteszustand nicht anzweifeln würden, verlangt seinen Tribut. So Momente, in denen einem dann doch bewusst wird, wie behindert man im Grunde ist. Ich habe große Zweifel, dass die Täter von damals sich noch groß Gedanken darüber machen, was vor etlichen Jahren passiert ist, geschweige denn, dass ihre Taten noch Einfluss auf ihren Alltag haben. Der Mann stellte sich mit sich mit seinem Körper sehr günstig zu mir auf, so dass ich mich zumindest auf instinktiver Ebene sehr sicher fühlen konnte. Die Tatsache, dass er mit seiner Körperkraft und seinen Körpermaßen den anderen Männern weit überlegen war, tat sein Übriges. Aber hey: geschafft.
Garten. Bald.
GARTEN!

Der Mann und ich haben beide ein Haus mit Garten aufgegeben, damit wir hier zusammen leben und eine Familie gründen können. Die letzten Jahre waren so geprägt von den Nachwehen unserer ersten Ehen … – Scheidungen, Hausverkäufen, Unterhaltsstreitigkeiten, Klagen, Anwälten, Verträgen…, dass wir mit dem Abschließen des letzten Kapitel Ende letzten Jahres nun auch endlich durchatmen können. Keine Altlasten mehr.

Freiheit.

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