Zuviel Gefühl, zu viele Sinneseindrücke, zu viele Gedanken.
Und alles in einer euphorischen Grundstimmung, die mich einige Zentimeter über dem Boden schweben lässt. Der Renovierungsstau des Hauses ist deutlich schlimmer als ich durch die Besuche (mit Möbeln) bislang geschätzt habe. Nachdem ich gestern das Haus einmal fast unmöbliert gesehen habe, türmen sich gedanklich Arbeitslisten und Rechnungen übereinander.
Als wir gestern dort waren, befanden sich ca. 20 Menschen in unserem Haus und Garten und es geschah Zweierlei: einmal wurde ich völlig erschlagen von den Dingen, die dort passierten und war fast so etwas wie pikiert, als eine Gruppe von 6 Menschen mit Spaten bewaffnet riesige Löcher in meinen Garten buddelten, weil sie kreuz und quer Pflanzen, Sträuche und Bäume ausgruben und im zweiten Atemzug wurde mir klar, dass das dort tatsächlich alles eine Familie ist.
Für mich als Einzelkind, das keine größeren Familientreffen kennenlernen durfte, sehr beeindruckend. Alle fünf Kinder waren dort, mit Ehemännern bzw. -frauen und ihren jeweiligen Kindern.
Das Familienoberhaupt hat ihr Elternhaus verkauft.
Und wie sie ameisenstaatgleich hier ein Foto machten, dort einen Stein mitnahmen, Geschichten austauschten und überall im Garten ihre Lieblingspflanzen ausgruben oder Ableger abschnitten – von Pflanzen, die die vor einigen Jahren völlig unerwartet gestorbene Mutter geliebt hatte – überkam mich großes Mitgefühl.
Die Irritation wich, als mir klar wurde, wie viele Leben und Erinnerungen dort geboren wurden. Ich nehme aus dem gestrigen Tag eine Menge Gefühl, Respekt und Ehrfurcht mit.
Und Informationen über eine schier unglaubliche Masse an Gartenplätzen, an denen große Tiere vergraben wurden.