Ein Leben für den Müll

Vor einem Jahr ist er gestorben.

Der Mann von gegenüber, der immer so nett winkte, wenn ich hochschwanger mit riesigem Kugelbauch aus der Haustür kam.

Jetzt scheppert und knallt es auf der anderen Straßenseite und ein Mann einer Entrümplungsfirma hat mich gerade gebeten, mein Auto ein Stück weiter hinten zu parken.

Als ich da unten stand und zusah, wie bergeweise Müllsäcke aus dem Haus getragen werden und die Möbel aus dem Fenster fliegen, fasste ich mir ein Herz und fragte, ob die beiden Söhne noch kommen würden, um sich persönliche Dinge abzuholen.

Nein, lautete die Antwort. Die Familie will die Wohnung nicht mehr betreten und hat angewiesen, dass alles in den Müll kommt.

Ob ich denn vielleicht die rote Weihnachtsbaumspitze haben könnte, die im Wohnzimmer an der Wand hing, fragte ich. Diese Spitze hing das ganze Jahr über dort, nur an Weihnachten habe ich ein paar Tannenzweige um sie herum gesehen, als er Heiligabend dort alleine in seinem Sessel saß. Sie schien wichtig zu sein.

An sich gerne, sagte er. Nur hätte er die leider gleich zu Anfang mit einer Schranktür kaputt gehauen. Scheiß Glassplitter, sagte er noch.

Was bleibt … sind Scherben…

Wolf überfahren

Es ist doch tatsächlich ein junger Wolfsrüde von einem Auto tödlich verletzt worden. Schade um das schöne Tier. Wie um jedes andere auch.

Was ich gar nicht mag: Panik, dass wir jetzt von blutrünstigen Wolfsrudeln überschwemmt werden, die alle kleinen Kinder, Schafe, Hunde, Katzen, ____ (putzige Lebewesen bitte hier einsetzen) fressen wollen.

Was ich noch weniger mag: Das Abwiegeln der Wolf-„Sachverständigen“, dass diese Tiere völlig ungefährlich, harmlos, immer scheu, auf gar keinen Fall bissig seien und keiner Fliege was zuleide täten.

Stimmt nämlich beides nicht.
Wir werden lernen müssen, wieder mit ihnen zu leben.

Und zwar richtig diesmal.