„Tochter, Kobold, Motte? Wir besuchen jetzt Uropa.“
K: „Abba Opa is doch bei den Steaanen!“
„Na, wir besuchen seine Urne.“
K: „Seine Uane?“
M: „Gah?“
„Ja, die ist doch hier begraben!“
K: „Begaaaben?“
„Begraben. In der Erde.“
M: „Gah?“
K: „In der Eade? Abba Opa is doch bei den Steaanen!!“
„Jetzt kaufen wir hier erst mal Blumen. Ich nehm eine Nelke!“
K: „Oh, ich will abba auch eine Welke!“
M: „Gah!“
Während wir den Weg über den Friedhof gingen, wurde mein Herz so schwer. Die Kinder führten mich mit ihrer Natürlichkeit und Ungezwungenheit, die kein Weglaufen möglich machten.
Meine Tochter trug das Rosengesteck und ihre eigene Blume, der Kobold hüpfte herum und fuchtelte dermaßen oft mit seiner rosa Nelke herum, dass zum Schluss nur noch der Stengel blieb und die Erdbeermotte biss in unregelmäßigen Abständen herzhaft ein Stück aus ihrer Blume heraus.
Ich dachte, der Weg wäre wichtig. Noch einmal zurückkommen, mit Abstand. Sich trauen. Was ich fand, war das Nichts. Es hätte dort leerer nicht sein können. Kein Opa, keine großartige Erkenntnis, kein Gefühlskino.
Nichts.
Er liegt dort nicht.
Er ist nicht da unten, er ist nicht tot.