Die Tage ziehen so dahin, ins Jahr.
Fünf Monate sind es seid seiner Geburt, fünf Monate Inkontinenz, fünf Monate Schmerzen, fünf Monate Depression, fünf Monate Hoffnung, leise.
Muss irgendwann besser werden, der Körper trägt Spuren davon.
Die Seele auch.
Möchte die ganze Welt umarmen und dann wieder in die Luft bomben, weil es keinen Grund zur Hoffnung gibt.
Keine Gerechtigkeit.
Keine Liebe.
Rückschläge werfen uns aus der Bahn, wir schlingern so dahin, ohne Kurs.
Und manchmal erschlägt es mich, dass ich auch in diesem desolaten Zustand nach wie vor der Kapitän sein soll – Herr über dieses Schiff, der, der bis zuletzt stehen bleibt, auch wenn es sinkt. Erst alle anderen, dann ich. Ich bin nämlich nicht wichtig. Kann selbst dann weitermachen, wenn ich eigentlich nicht mehr kann, damit es für niemanden unbequem wird.
Und dann ist da auf der anderen Seite wieder jeden Tag so viel Glück. So viel Liebe. Dieses Lächeln, dieses eine, zahnlose, das mich mit der Welt versöhnt, komme was da wolle. Der Bragi, der mich weitermachen lässt.
Hilflosigkeit, die Zeit nicht einfach anhalten zu können, im Moment zu verharren und ihn bis in alle Ewigkeit zu konservieren, auch wenn das Stillstand bedeutete.
Vielleicht geht es zu schnell. Vielleicht zu langsam.
Irgendwo, auf halber Strecke muss ich mich selbst verloren haben.
Leider hat mich niemand aufgesammelt.