Meine Mutter konnte trösten. Wenn sie wollte. Wenn sie mich brauchte.
Aufopfernd ließ sie sich an meiner Seite nieder, flüsterte beruhigende Worte, lächelte, streichelte sanft meinen Arm, meinen Bauch, wenn ich wieder einmal Schmerzen hatte.
Immer wieder war da diese große Schutzkugel aus Wärme und Nähe und Liebe, in die ich mich in meiner Hoffnung auf Trost flüchtete, bis ihre Hand nach einigen Minuten das erste Mal meine Brüste berührte. Daran spielte. Bis sie die Hand zwischen meine Beine schob. Meine Geschlechtsteile anfasste. Meinen Po anfasste. Bis sie sich nahm, was sie wollte.
Und alles wurde zu Eis.
Erdulden – Trost, Nähe – zu dem Preis, den sie jedes Mal dafür verlangte – oder sich wehren.
Und die Beschimpfungen und Demütigungen zu ertragen, weil ich so abnormal war.
Weil ich sie nicht wollte.
Weil ich mich so anstellte.
Trost.
Oft hat sie dabei leise in mein Ohr geflüstert, sanft, liebevoll: „Unter Folter und Qual ruft jeder nach seiner Mutter. Jeder ruft nach Mama. Auch du wirst in solch einer Situation nach Mama rufen. Nach mir.„
Ich habe nie geschrien.
Nicht nach ihr.