Der Traum von Opa kommt mir nicht vor wie der Beginn einer langen erfüllenden großartigen mystischen Dieseits-Jenseits-Beziehung. Es fühlt sich eher nach einem Abschied an.
Seit ich gestern nachmittag erwachte und völlig gelähmt in mich hineinlauschte, ob er da irgendwo ist, ob etwas in mir klingt, wo ich so lange gesucht, gehofft, gelauscht, geschrieen, beschimpft, gewütet, verzweifelt habe… ist das Gefühl beinahe übermächtig, dass es das nun war.
Mein erster Impuls war, seine Nummernschilder von der Wand zu nehmen. Ich brauche sie jetzt nicht mehr als Erinnerung, war das Gefühl. Heute starre ich ständig das Schloss an, das an der Garage hing, seit ich denken kann. Ich weiß gar nicht, wo es liegt, aber ich sehe es heute ständig.
Das wars?, möchte ich ihn anfahren und ich weiß irgendwie, es wird keine Antwort mehr kommen. Ich habe doch jetzt über drei Jahre gewartet und jeden Tag… und dann soll jetzt alles vorbei sein?
Soll ich nun aufgeben?
Aber, es fühlt sich gar nicht wie aufgeben an. Es fühlt sich … abgeschlossen an, seit gestern. Gut. Rund.
Aber … das war es nun?