Ein relativ niedriger fünfstelliger Betrag trennt uns und die Eigentümer unseres Traumhauses noch voneinander. Wir wollen diese Summe nicht mehr drauflegen, weil das bedeuten würde, wir würden das Geld, das nun monatliche Reserve ist, komplett für ein Haus ausgeben, das auch noch renoviert werden muss. Es wäre nichts mehr über, keine Luft zum Atmen, keine Sonderausgaben, nichts. Das geht nicht. Nicht mit einem Alleinverdiener und vier Kindern. Nein.
Es ist trotz alledem relativ „wenig“ Geld, wenn man die Gesamtsumme betrachtet und wir liegen weit über allen anderen Geboten. Seit über drei Monaten warten wir nun und die letzte Aussage der Eigentümer ist nun: dann warten wir eben. Wir haben ja keine Eile. Haben sie wirklich nicht. Sie haben das Haus vor zwei Jahren für fast das Doppelte angeboten und seitdem gehen sie bei verschiedenen Maklern immer Schritt für Schritt runter. Sie scheinen da tatsächlich keinen Druck zu haben.
Wir allerdings gehen jetzt weiter. Auch mit dem Risiko, dass vielleicht in einem halben Jahr genau dieses Haus für genau unseren Preis wieder angeboten wird. Wir können und wollen jetzt nicht stehen bleiben. So sehr ich mir Vorwürfe mache, nicht lange genug durchzuhalten, so erleichtert bin ich. Wie lange muss man auf etwas warten, das perfekt ist? Woher weiß man, dass man wirklich das Perfekte gefunden hat? Wann gibt man auf? Was zählt ein weiteres halbes Jahr? Schweren Herzens haben wir das Haus ad acta gelegt. Und wir haben diese Entscheidung nicht leichtfertig getroffen.
Und wenn man einmal mit ganzem Herzen eine Entscheidung getroffen hat, so schwer sie auch fiel, dann sollte man einmal tief durchatmen und sich auch erlauben, weiterzugehen.