Ich habe diesen Winter hart gekämpft, nicht komplett in das Depressionsloch zu fallen. Und vor einigen Monaten habe ich angefangen mir in meiner zwanzigminütigen täglichen Mittagspause – wenn Herr Honig ein Schläfchen macht und der Kobold noch nicht aus der Schule wieder da ist, lustige Videos anzusehen. Ich bin eigentlich nicht der Typ, der sich lustige Videos ansieht, aber ich ließ es auf einen Versuch ankommen, weil ich etwas Ähnliches bei jemandem gelesen habe, dem ich mich unbekannterweise sehr verbunden fühle.
Ich nahm mir vor, das Ganze zwei Wochen durchzuziehen. Und saß mit todtraurigem Gesicht vor lustigen Szenen von Tieren, Kindern, Naturphänomenen, ähnlichem. Es war wirklich nichts lustig. In der zweiten Woche habe ich durch Zufall eine Sendung gefunden, die exakt meinen Nerv trifft. Meinen Lachnerv. Ich kicherte erst etwas irritiert herum und schämte mich fast, weil mir ja so gar nicht nach Lachen zumute war und ich mich darüber hinaus für einen eigentlich sehr unheiteren Menschen halte.
Seitdem verbringe ich jeden Tag damit, mittags für zwanzig Minuten zu lachen. Was sich so extrem albern anhört, hat wieder deutlich Licht in mein Leben gebracht. Ich scherze wieder mehr mit den Kindern und merke, dass ich lockerer werde, was gewisse Reibungspunkte anbelangt.