Die Kinder weinen.
Sie kommen nicht damit klar, dass wir noch abends in die Wohnung fahren müssen, um hier zu schlafen. Ich kann aber unmöglich schon dort schlafen, so wie es da aussieht.
Ich habe heute wieder mehrere Kanülen, haufenweise Tabletten und viele Nadeln gefunden.
Eingetrocknete Katzenkotze, verrottetes Zeug.
Eingetrocknete dicke braune Flecken, die überall auf den Fliesen festkleben und sich bei Wasser/Putzmittelberührung in eine schleimige zähe Masse verwandeln.
Und Müll. Überall Müll.
Es gibt so viele Ecken, so viele Nischen, in denen einfach was liegengelassen wurde, dass ich fast durchdrehe.
Über Lampen, Bilderrahmen, Regale… rege ich mich ja schon gar nicht mehr auf, aber es verlangt mir einiges ab, diese Dinge anzufassen, die seit mehreren Jahren nicht mehr saubergemacht wurden.
Das ist nicht nur Staub, das ist urgs.
Materialfehler. Die Fliesen, die unter mir leise vor sich hin knacken, sind auf federnden Verlegeplatten verlegt worden. Es wippt, knackst und wackelt vor sich hin und ich habe beim Putzen aufgehört, mir über die vielen Risse Gedanken zu machen. Ich mag eh keine Fliesen und hässlich sind sie obendrein, also dürfen die auch weg. Wieder mehr Arbeit.
Aber nicht heute. Auch morgen noch nicht.
Jetzt sind sie erst mal sauber und ich wusste mir nach mehreren Schritten (Lappen. Schwamm. Bürste.) nicht mehr anders zu helfen, als – wie im Schlachthaus – eimerweise Wasser in den Raum zu kippen und mit einem Schrubber und sehr viel Spülmitel erst einmal den ganzen Dreck wegzuschrubben, der sich in mehreren Jahren dort festgesetzt hat.
Herr Honig hatte einen Riesenspaß (Offene Türen, Garten, Mami schüttet Wasser auf den Fußboden, das nach draußen läuft!!!!einself!!!11!1!), ich weniger.
Immerhin nimmt der Ekel ab, wo die Muskelschmerzen zunehmen.
Die Eingangstreppe hat heute ihre Fliesen verloren.
Vielleicht ist sie in der Mauser.
Ich werde das beobachten.