Wikipedia sagt: „Die Insekten eröffnen im Dunklen das Paarungsritual mit einem Tanz des Männchens, anschließend laufen Männchen und Weibchen erregt umher.“
Das hört sich an und für sich genauso an wie in der Wohnung, wenn die Nachbarn unter uns anfingen, ihre Balzrituale auszuleben, die in lautes Stöhnen übergingen, handelt sich aber aktuell um putzige kleine Silberfischchen.
Viele. Silberfischchen.
Auf dem Weg zu einer bewohnbaren Gartenküche „mal eben“ den Fußboden samt verrottender Fliesenkante unten rausgerissen, viel über Spinnenarten gelernt und Silberfischchen entdeckt.
Viele. Silberfischchen. Sehr. Viele.
Die Kinder unterteilen neue Baustellen inzwischen in „igitt“ „uäh“ und „OHMEINGOTTISTDASEKLIG“ und ich kann es ihnen nicht verdenken.
So viel Ahnungslosigkeit, Unwissen und falsche Baustoffe auf einem Haufen verarbeitet suchen ihresgleichen.
Falsch angeklemmte Elektroleitungen, nicht verfugte Fliesen, Gewürm und Krabbelgetier wohin man sieht.
Der Elektriker wird deutlicher vierstellig als ich das befürchtet habe, der Schreiner springt ab und zu vor dem Haus aus seinem Auto, rennt die Treppe hoch, nimmt „noch mal eben kurz ein Maß“ und fährt wieder weg und ich habe inzwischen so viele Lagen Tapete und Schmodder von den Wänden gekratzt, dass ich Hautausschlag habe.
Dazwischen das ganz normale Leben mit Fußballturnieren, Geburtstagen, Pubertät, Schule, Kindergarten, Arbeitsplatzwechsel des Mannes und Baby, das definitiv nicht baustellentauglich ist.
Und einem Garten. ♥
[Morgens um 6 Uhr mit Koffein im Garten zu sitzen und der Welt beim Aufwachen zuzusehen und zu erleben, wie nach und nach vier Kinder mit einem verschlafenen „Guten Morgen, Mami“ um die Ecke kucken – unbezahlbar.]