Sein Name bedeutet Wolfswelpe und obwohl er das schon lange nicht mehr ist, fällt doch als erstes seine Statur ins Auge.
Hager, sehnig, muskulös, durchtrainiert, zäh.
Das Achterpack Muskeln seines Bauches tritt im Normalfall schon sehr hervor, doch sehen kann es außer mir und dem Arzt keiner, seine Hautmutation verbietet jedes Sonnenlicht.
Und so bleibt er nur der große sehnige dünne Junge, zu dem mir so viele gutmeinende Menschen sagen, er könne ruhig ein paar Kilos mehr vertragen.
Es entspricht ihm nur nicht. Das ist nicht er.
Nach 24 Stunden Dauererbrechen und Durchfall treten alle Knochen hervor und die Beine zittern, wenn er aufstehen soll. Das ist die Kehrseite. Da ist keine Reserve, nichts zuzusetzen, kein zehren, nichts.
Was seine Geschwister gut wegstecken, bringt ihn an die Grenze.
Immerhin ist seit einem Jahr dort kein Herzfehler mehr, den man zusätzlich im Auge behalten müsste, doch trotzdem ist er das Kind, bei dem mein Sorgenbereich am nachhaltigsten angesprochen wird. Immer noch und immer wieder.
Dabei ist er so selten krank.
Nie verletzt, immer fit und unglaublich kraftvoll und energiegeladen.
Alles an ihm war besonders, seine Entwicklungsverzögerung so prägend für uns als Eltern, seine Besonderheiten so speziell, dass ich oft Angst habe, ihn wieder zu nah an mich heranzuziehen, wenn ich nicht achtsam die Trennung zwischen ihm und mir aufrechterhalte.
Loslassen, das auch Wegschieben sein muss. Herzschmerz.