Sehnsucht

Der schwerste Gang meines Lebens war jener vor acht Jahren, weg von meinem Seelengefährten.

Nach 30 Stunden nur, in denen wir von der ersten Begegnung über die erste Berührung bis hin zu Himmel und Hölle auf Erden zugleich jedes Gefühl durchlebten, das diese Welt für uns Menschwesen bereithält.

Als wir uns verabschiedeten, wussten wir nicht, ob wir uns jemals wiedersehen, wiederfühlen würden.

Entscheidungen, die im Raum hingen, die unbesprochen, ungetroffen, unentschieden blieben.

Ich fuhr fort und weinte mehrere Stunden ununterbrochen.

Er hatte einen Teil meiner Seele berührt, dessen Existenz ich viele Jahrzehnte nicht einmal erahnen konnte und ich wusste, für mich gäbe es kein Zurück mehr in mein altes Leben, meine alte Welt.

In diesen Stunden fielen viele stumme Entscheidungen.

Ich hatte ihn freigegeben und wusste doch, dass ich ohne ihn nie wieder frei sein könnte.

Wusste nicht, ob er den Schritt gehen würde. Gehen könnte.

Sehnte mich mit jeder Faser meines Herzens danach, eine Erinnerung aus dieser Begegnung in mir tragen zu dürfen. Sie würde mein Geheimnis bleiben, sollte er ohne mich weiterziehen.

Mein Weg lag für diesen Fall klar und deutlich vor mir. Ich würde mit meiner Tochter und dem Baby, das so sehr willkommen war, alleine auf dem Land leben. Irgendwo in einem winzigen Häuschen, in dem ich die beiden in Liebe aufziehen könnte.

Meine Seele … mein ganzes Ich wurde in diesen wenigen Stunden so mit Liebe angefüllt, dass ich wusste, es würde für ein Leben lang reichen.

Wenn nicht dieser Mann, würde es keiner mehr sein.

Schreibe einen Kommentar