Ich gebe zu, ich hätte nicht gedacht, dass MaineCoon-Katzen so unfassbar schnell unfassbar so groß werden. Theorie und Praxis sind da zwei Paar Schuhe.
Und er ist noch ein Baby…
Das zarte maunzende flusig behaarte Knochenskelett, das Ostern bei uns eingezogen ist, trampelt inzwischen alles nieder, was sich ihm in den Weg stellt. Morgens hat man das Gefühl, es springt ein fellüberzogener Elefant ins Bett, der dringend mal kuscheln muss. Und er ist verdammt verschmust. Da kann es schon mal vorkommen, dass in einem Anfall von Nähebedürfnis das nicht gerade kleine Baby angesprungen, am Pullover gepackt und zu Boden gerissen wird.
„Köpfchen geben“ erinnert mehr an eine Art Nahtodeserfahrung, bei der man außer viel Haaren gar nichts mehr sieht oder fühlt und bei einsetzendem Schnurren kann man sich jeden Massagesessel sparen.
Ich weiß nicht, wie oft ich dem Tochterkind in den vergangenen Wochen angedroht habe, ihren Kater zu braten, denn er ist nicht nur groß, behaart und kräftig, er ist auch ein ziemlicher Tollpatsch. Kombiniert mit einem Eineinhalbjährigen, der ebenfalls nur Mist im Kopf hat, eine tödliche Kombination. Wo das Baby nicht ankommt, springt der Kater hoch und wirft runter und was der Kater nicht öffnen kann, schaffen kleine Patschehände.
Ich pflücke die beiden also aus der Badewanne, aus dem Trockner, aus der Waschmaschine und aus dem Garten. Von Bäumen, aus Sträuchern, aus meinen Küchenschubladen und Schränken, helfe eingeklemmten Babyköpfen, die etwas dicker als Katzenköpfe sind, befreie Katzen aus Vasen, Schachteln und Kinderspielzeug und fluche viel.
Sehr viel.