„Du nimmst sie doch heute nach dem Kindergarten mit, oder? ODER?“, herrscht sie mich an, als hätte ich gestern versäumt, ihr einen tollwütigen neunschwänzigen Mantikor abzunehmen.
Ich nicke leicht perplex und sehe ihre Tochter an, da schreit sie schon in ihr Handy: „Ey, Arschloch, du nimmst deinen Sohn heute, sonst wieder Jugendamt.!“
Sie legt das Handy weg und atmet einmal tief durch. „Boah. Ich bin weg. Ich bin heute Abend irgendwann bei dir.“
Äh. [Irgendwann heute Abend ist nicht unbedingt eine Abholuhrzeit, die ich für Fünfjährige gewohnt bin.]
Ich frage noch nach der Telefonnummer für Notfälle, denn ich habe weder ihre Festnetznummer noch eine Handynummer, aber da ist sie schon halb durch das Tor und winkt ab. „Mach, was du für richtig hältst.“
Äh. Ja.
Ich versuche, herauszufinden, ob ihre Tochter Mittagessen für den Kindergarten dabei hat, damit ich weiß, wann ich die beiden abhole. „Mama hat Stress.“
„Ich weiß, Süße.“ Ich lächle ihr zu. „Aber hast du Mittagessen dabei?“ „Nein, wenn Mama Stress hat, bekomme ich nichts zu essen. Ich bin eh zu dick.“