Vom Suchen

Ich war mir so sicher, dass es sich fügen würde, dass die Erkenntnis über mich hereinbrechen würde wie eine Welle der Glückseligkeit, die mich mit warmem weichen Wasser umspülen würde.

Meine Gedanken sind und waren so oft im Schwarzen. Bei jenem Menschen, der meinen Herzschlag so sehr beschleunigte, dass ich mich lange selbst verraten habe. Ich machte mich bereit, weggetragen zu werden. Mich in die Geborgenheit und die Gemeinsamkeit und das Lachen zu kuscheln, das ich erwartete.  Und dort stand ich.

Fragend.
Stumm.

Mein Überlebensinstinkt schenkte mir schon in jungen Jahren den Fluch und die Gabe, in den Menschen lesen zu können. Kein Gefühl ungesehen, keine Lüge ungehört, kein Verrat unbemerkt. Und so stand ich und wartete auf das Echo. Ich sah und hörte nichts.

Kein Echo.
Keinen Nachhall.
Kein Flüstern.
Kein Gefühl.
Keine Regung.

Ich fühlte mich, als hätte man mir den Boden unter den Füßen weggerissen.
Mich blind und taub in unbekanntem Gebiet ausgesetzt.
Meine Sinne tasteten und griffen ins Leere.
Wie amputiert.

Wie können andere Menschen so durchs Leben gehen?
Ich habe so lange Jahre mit Psychopathen zusammengelebt, dass mir kaum etwas fremd ist.
Dies schon.
Haltlos. Fassungslos.

Wie kann ein Mensch so gedämpft sein, dass Resonanz unmöglich wird?

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