Geschenke

Ich habe die Geschichte vom Tod ihrer Tochter in den vergangenen Jahren so oft gehört und es ist immer wieder ein Geschenk, wenn sie sich so weit öffnet, dass wir da gemeinsam neben unseren Autos auf dem Parkplatz in der frühen Morgenkälte stehen und beide weinen.

Dieser Moment, wenn sie erzählt, so weit weg und doch so nah. Wie sie so unglaublich weich scheint und mit dieser sanften Stimme erzählt, wie sie bei den letzten Herzschlägen ihrer Tochter die Hand auf ihrer Brust hatte und genau spüren konnte, wann sie hinüberging. Der letzte Blick aus diesen sanften braunen Augen, die letzte Träne, der letzte Abschied.

Wir stehen da, Haut an Haut, so intim, versunken und sie macht mir dieses unglaublich große Geschenk, das ich nur dankend annehmen kann. So kostbar.

Meine Tochter wird heute 11 Jahre alt. Ihre Tochter wird auf ewig 9 bleiben. Sie waren mal gleichalt. Über eine Stunde haben wir heute da gestanden und gefroren, gelacht, geweint.

Danke.

Noch in diesen weichen Kokon gehüllt, wurde mir heute das zweite Geschenk gemacht. Ebenfalls ein Gespräch. Diesmal mit der Leiterin des Kindergartens, die mir zumindest die Sicherheit gegeben hat, dass die beiden Besuchskinder aus den letzten Wochen alle Hilfe bekommen werden, die zur Verfügung steht.

Lange haben wir da gesessen und geredet. Ich fühle mich so geerdet wie sonst nur nach Gesprächen mit dem Mann. Wir haben in den vergangenen Tagen instinktiv die richtige Entscheidung getroffen, unsere Tür nur noch den Kindern zu öffnen.

Weder der Mutter noch ihrem Anhang bestehend aus diversen Männern, Familienmitgliedern und Bekannten. Für uns und unsere seelische Gesundheit.

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