Ich habe Kopfschmerzen aus der Hölle und beim Blick aufs Datum sehe ich, dass ich vor genau 19 Jahren das erste Mal geheiratet habe, um möglichst schnell von zuhause wegzukommen. Rückblickend betrachtet… ach, lassen wir das. Es hatte damals seine Berechtigung.
Vor 7 Jahren habe ich die Urne meines geliebten Großvaters über einen Friedhof getragen und später am Tag das allerletzte Mal meine Eltern gesehen. Lassen wir auch das.
Gestern Abend, als wir sechs alle wieder zusammen waren, haben wir das Wochenende aufgearbeitet. Wie erwartet kamen viele Tränen – Erschöpfung und Überforderung auf ganzer Linie. Besonders die Mediennutzung der Bonuskinder macht den Kindern zu schaffen.
Die ständige Beschäftigung mit Handy, Nintendo und Co., die keinen Raum für echte Interaktion lässt. Kein Blickkontakt, kein echtes Spiel.
Nur Ablenkung und Flucht in eine Welt, die die letzten Jahre ihre Realität geworden ist. Bei allem, was mich bewegt, schwebt drohend im Hintergrund die Frage: Wie mache ich das bloß?
Wieviel darf man Kindern zumuten?
Wieviel muss man ihnen nach dem Tod ihres Elternteils erlauben?
Ich kann nicht zwei Kinder in meine Familie aufnehmen und für sie völlig andere Regeln gelten lassen.
Ich kann sie aber auch nicht damit überfordern, ihre ganze Welt sofort auf den Kopf zu stellen.
Zeit.
Es braucht Zeit, die wir eigentlich nicht haben.
Wie schaffe ich es, die Bedürfnisse von sechs Kindern, die alle einer Situation ausgesetzt werden, die im Normalfall nie existent gewesen wäre – dazu das Durcheinanderbringen des gewachsenen Altersgefüges – so zu erfüllen, dass sich alle gesehen fühlen?
Und dabei weder mich noch den Mann noch unsere Beziehung aus den Augen zu verlieren?
Im Moment kann ich über meine Gedanken von letzter Woche – Das wird schon alles irgendwie – nur müde lächeln.
Sehr.müde.