
„Norbert ist ein Idiot!“ ist zurzeit wohl der meistzitierte Satz dieses Haushaltes.
Die Kinder sind große Minions-Fans und ich kann mich dem Charme der kleinen Biester auch nicht entziehen. Und da wir Partyzeit haben, habe ich meinen gestrigen Abend statt mit trüben Gedanken eben mit Ü-Eier-Bemalen verbracht, damit die Motte die Einladungen morgen mit zu seinen Freunden nehmen kann.
Auch die Party vom Kobold letzte Woche war eine großartige Ablenkung in all dem Trubel und die Überlegungen, die ich gestern schon vor dem Mann formuliert habe, reifen in meinem Kopf zu etwas, das sich fast wie Gewissheit anfühlt: Vielleicht liegt mein Fokus zu sehr auf dieser großen Umwälzung.
Ich kann in Gedanken kaum auf etwas anderes blicken als auf diesen Tag und die folgenden Wochen, wenn die Kinder endgültig zu uns kommen.
Jugendamtshilfe, Trauerbegleitung, neue Schulen suchen, neue Einrichtung – die Kinder kommen mit ihrem Koffer und vielleicht ein oder zwei Kisten persönlichen Habseligkeiten. Wir brauchen Betten, Matratzen, Kleidung, Schuhe, müssen die Zimmer oben umbauen … ich rotiere schon wieder, wenn ich nur daran denke.
Unsere gesamte Finanzplanung steht Kopf und wenn ich einen Blick darauf werfe, was wir bislang an Kosten hatten, dann mag ich kaum überschlagen, was uns dieses Abenteuer insgesamt kosten wird, bis alles in geregelten Bahnen verläuft…. Mein Gehirn verliert sich in einer endlosen Tirade aus Aufzählungen, Bedenken, Überlegungen, Zukunftsvisionen und roten Zahlen.
Und dann sehe ich in die kleinen gelben Gesichter auf meinem Schreibtisch. Der Alltag läuft unbeirrbar weiter. Und vielleicht ist das ganz gut so.
Mir fehlen meine Leichtigkeit und mein Lachen.
Und genau dies sind die beiden Dinge, die ich vermutlich am meisten brauchen werde.