Kostbar

Ich habe nicht viel Anteil an dem, welch großartige Menschen meine Kinder sind, aber wofür ich verantwortlich bin und bleibe, ist, dass ich ein sicherer Ort bin, wenn sie mir ihre Wunden zeigen.

Auch die aus der Kindheit, die ich verursacht habe.
Und das ist ein Geschenk.

Und das ist so ziemlich das Schwerste überhaupt.
Weil man sich verteidigen will.
Man will sich rechtfertigen.
Man will sich erklären.
Das ist aber alles nicht wichtig.
Weil es nicht um mich geht. Es geht auch nicht darum, ob ich eine „gute“ oder „schlechte“ Mutter war.

Es geht darum, dass ein Kind auch rückblickend formulieren darf, was nicht gut war.
Dass ich einen Raum schaffe, in dem es sicher ist, mir zu sagen, wo sich mein Kind von mir nicht gesehen fühlte.
Weil ich nur so die Chance bekomme, das jetzt zu tun.
So heilen Wunden.

Wenn es passt, kann ich fragen, ob es interessiert, wie ich die Situation damals empfunden habe oder warum ich mich entschieden habe, so zu handeln. Aber das ist nicht der erste Schritt. Und es gibt Situationen, in denen ist das einzig Wichtige ein Aufrichtiges: Das tut mir leid.

Ich entschuldige mich nie dafür, nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt zu haben. Ich bin authentisch, denn nur so kann ich erziehen und leben.

Und manchmal trifft man dann trotzdem die falschen Entscheidungen.
Und das kann mir leid tun.

[Verantwortung und Wertschätzung.]

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