Begegnungen

Butz und ich packen gerade Einkäufe in Tourbus, da kommt ein ausgemergelter Mann in einem dreckigen abgetragenen Anzug auf uns zu und fragt, ob er kurz stören darf.

Ich nicke ihm lächelnd zu und schaffe es noch, Butz kurz an den Fuß zu treten, damit er den Schnabel hält.

Aber Butz wäre ja nicht Butz, wenn er nicht laut und vernehmlich empört „Aua!“ sagen würde, also versuche ich ihm mit ähnlichem Erfolg einen Mutterblick zuzuwerfen, aber auch dagegen ist er ja immun und fragt „WAS?“.

Ich wende mich dem Mann zu: ‚Wie kann ich Ihnen helfen?‘

Er zeigt auf die große Kiste Obst und Gemüse, die wir gerade eingeladen haben und fragt leise, ob er vielleicht eine unserer Bananen haben könnte, er hätte so Hunger.

Butz setzt zum Sprechen an, ich ahne Schreckliches und ziehe ihn in meinen Arm, bis er nach Luft jappst.

Ich kann in den Augen des Mannes sehen, dass er spätestens jetzt überlegt, ob er an Verrückte geraten ist, aber ich will ihn ja nur schützen. Das weiß er natürlich nicht.

Ich krame einhändig in meiner Tasche, reiche ihm einen Zehner und sage, er soll sich kaufen, was er möchte.

Butz quakt unter meiner Achsel unverständlich einen Vortrag über Chancen auf dem Arbeitsmarkt und ich kann nur hoffen, dass der Mann nichts davon verstanden hat, während er sich mit einem Schwall Dankesworten rückwärts von uns entfernt und beschwichtigend winkt.

Auf der Rückfahrt dann eine ausufernde Diskussion über passende und unpassende Gelegenheiten, mit Leuten ihre Lebensumstände zu diskutieren und ein Satz, der mein Herz hüpfen ließ.

„Mami? Ich glaube, es ist ganz schön demütigend, andere Leute nach Essen fragen zu müssen.“

[Ja.]

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