Zonk ist ein einfach gestrickter Mann.

Das meine ich ausdrücklich nicht im Sinne mangelnder intellektueller Fähigkeiten, sondern im Sinne einer beneidenswert monotonen Prioritätensetzung.
Nach Feierabend raucht Zonk schnell eine, macht ein Bier auf und möchte dann bitte Schlüsselsteine laufen. Damit sind dann auch schon sämtliche Bedürfnisse dieses Mannes nach 21 Uhr benannt.
Zonk kommt ins Discord und fragt als erstes, wer in welchem Dungeon ist und ob dort ein Platz für ihn sei. Muss er auf einen Gruppenplatz warten, geht er entweder alleine und wir werden akustische Zeugen eines Schauspiels, das seinesgleichen sucht oder er wartet einfach.
Still. Denn er hört auch nicht zu. Das ist wichtig.
Menschen erzählen Dinge. Menschen haben Namen. Menschen begrüßen sich, Menschen berichten von ihrem Tag und führen Gespräche über Gott und die Welt. Zonk befindet sich währenddessen zwar im selben Discordchannel, geistig aber mehrere Welten entfernt und ignoriert alles, inklusive seines eigenen Namens.
Bis jemand „mythisch“ sagt. Zonk Zack – da funktioniert das Hörgerät wieder.
WELCHE HÖHE?
[Das ist vermutlich der Moment, in dem Zonks gesamtes Nervensystem hochfährt.]
Zwölfer? Lächerlich. Das ist ja quasi die Stützräderversion von Dungeonruns. Für Menschen, die noch Träume haben und ihre Mitspieler mögen.
Zonk sucht nach Herausforderung!
Genauer: Nach Spielern, die der Herausforderung gewachsen sind, mit ihm zu spielen.
Im Dungeon ist Zonk ein Mitspieler, dessen Fähigkeit zur Fehleranalyse außerordentlich zuverlässig funktioniert, solange diese Fehler von anderen begangen werden.
Das Faszinierende an Zonk ist, dass er sich während jedes Keys 30 Minuten lang über sämtliche Beteiligten beschweren kann. Und kaum ist der Dungeon beendet, egal ob erfolgreich, knapp, komplett eskaliert oder nur deshalb abgeschlossen, weil die vier anderen Spieler in der Gruppe ihren persönlichen Lebenswillen geopfert haben, kommt folgende Frage: „Noch einer?“
Hinter der andauernden Meckerei steckt also ganz offenkundig zu keinem Zeitpunkt der echte Wunsch, aufzuhören, im Gegenteil. Zonk motzt sich durch Azeroth wie andere Menschen Wanderlieder singen würden.
Schimpfen ist keine innere Kündigung.
Schimpfen ist Atmosphäre.
Andere Spieler benötigen Soundtrack oder Hintergrundmusik, Zonk benötigt jemanden, dessen Spielweise er kommentieren kann.
Die Gilde besteht aus 26 Menschen, von denen 19 regelmäßig im Discord sind.
Wie heißen die? Keine Ahnung.
Was spielen die? Keine Ahnung.
Was sind das überhaupt für Menschen? Keine Ahnung.
Zonk arbeitet zwischenmenschlich mit einem sehr viel einfachen Bewertungssystem: Hat dieser Mensch einen Schlüssel?
Und wenn ja – WIE HOCH?
Ich würde diesem Treiben tatsächlich total gerne mal beiwohnen, das klingt alles so wundervoll 🙂
Das ist es auch! Virtuelle Heimat und die großartigsten Menschen überhaupt! ♥