Mit Zucker und halbem Gehirn
Das Tochterkind ist krank mit hohem Fieber und der kleine Herr Honig ist wegen seiner Zähne unausstehlich und die mittleren Chaotenkinder demontieren die Wohnung, während ich zwischen warmem Tee reichen und das JoNaLu-Lied zum 872. Mal anmachen versuche nicht durchzudrehen.
Das Tochterkind liest Eragon und mit schreiendem Kleinkind ist es sehr schwierig, ihren begeisterten genuschelten 41,5 Grad Fieber Ausführungen zu folgen.
„Mama?“
„Hm?“
„Was heißt denn kandiert?“
Mir schreit das Baby ins Ohr und ich antworte auf die Frage, die ich zu hören glaubte, mit einem kurzen: „mit Zucker überzogen“.
„Ah.“, macht das Tochterkind und schweigt einen Moment.
„Die haben Säue mit Zucker überzogen?“
Ich versuche, das kreischende Baby davon abzuhalten, meinen Schreibtisch abzuräumen und eine Dose Liptonice über meiner Anwaltspost zu verteilen und mache nur „hmhmmm, ja…“.
„Mama.“
Ich sehe das hochrote Gesicht der Tochter, die seit gestern Abend weder gegessen noch sich bewegt hat und höre sie sagen: „Mama, die haben SÄUE mit Zucker überzogen?“
Ich bin irritiert.
„Wer hat Säue mit Zucker überzogen?“
„Na die hier, in Eragon.“
„Haben die Drachen das denn gegessen?“
„Was haben die Drachen gegessen?“
„Na, die Säue?“
„Welche Säue denn?“
„Du hast doch gerade gesagt, die haben Säue mit Zucker überzogen.“
„Nein, SÄULEN!“
„So ein Unsinn, Tochterkind, warum sollte man denn Säulen mit Zucker überziehen??“
„Ich hab doch gefragt, was das Wort bedeutet!“
„Was? Kandiert?“
„KANNELIERT, Mami!“
[Ah. Das ergab dann mehr Sinn]