Als ich schwanger war und wir wussten, dass wir einen Sohn bekommen würden, haben wir als Eltern natürlich auch einen Blick in die Zukunft geworfen.
Er kam zur Welt und wurde recht bald ein Kobold.
Ein Klabauter oft, aber meistens ein Kobold.
Für mich wird mit den Jahren immer klarer, dass ich damals ein Idealbild projiziert habe. Und es gibt diese stillen Momente im Leben, in denen die Zukunft der Kinder zum Greifen nahe ist.
Meine große Tochter wird sehr bestimmt ihren Weg gehen. Ich sehe sie in 20, 30 Jahren und das Bild, das ich seit ihrer Geburt habe, hat sich zwar ein wenig angepasst und wird das auch weiterhin tun, aber es ist in sich stabil geblieben.
Der Kobold dagegen ist ein Geheimnisbewahrer. Die kurzen Blicke, die ich erhaschen darf, zeigen nicht mal ansatzweise das Bild, das ich damals nach der Geburt zu sehen glaubte. Aber es gefällt mir. Sehr. Er ist so echt. So bei sich.
So stabil die Reise mit der großen Tochter ist, so abenteuerlich ist sie mit dem Kobold. Auf, Ab, Hin, Her. Die See ist stürmisch und ich erkenne die Bedeutung seines dritten Namens, den wir seiner Seele gaben: Zuflucht.
Die Motte trägt diesen Namen ebenfalls als dritten Namen.
Doch ich denke in anderer Bedeutung.
Ich bin gespannt.