Vor den Kopf gestoßen

Fünf Tage Klassenfahrt mit Gleichaltrigen und anscheinend völliger Narrenfreiheit haben einen Entwicklungsschub ausgelöst, der hier wohl mehrere Monate gebraucht hätte. Und so stehe ich seit drei Tagen vor diesem Wesen, das mir so vertraut scheint und so fremd ist. Mühsam nur meine eigenen Verwirrtheitsgefühle beherrschend, die mich mal 25 Jahre zurück katapultieren und mal in einer ungewissen Zukunft verharren lassen, die so … anders … zu sein schien.

Will sie nicht gängeln und doch ist die Nicht-Reaktion die Schwerste. Immer noch, immer wieder. Ich kann kaum nichts sagen, weil es mich so verrückt macht. Also beiße ich mir auf die Zunge. Immer und immer wieder, wissend, dass die Situation vorbei geht, dass Verwirrung über eine verwirrte Mutter immer noch besser ist als das Schwert, das Worte hervorholten und sie kleinhalten würde. Es fällt schwer.

Schwer, die Führung abzugeben. Ich wurde dafür nicht gemacht.
Das quietschende Stimmchen, das die Unsicherheit verrät und auch die Nähe zu den Tränen der eigenen Verwirrung hilft ein wenig. Heute zumindest. Eine normale Frage, die sofort das eben noch vor Selbst-Bewusstsein strotzende überhebliche Wesen zum Kleindkind schrumpfen lässt. Ratlosigkeit. Verwirrung. Wut.

Gratwanderungen.

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