Ich sehe jeden Tag, wie schwer sie sich damit tun, in einer normalerweise gleichberechtigten Beziehung die Führung zu übernehmen. Ich sehe die Unsicherheit beim großen Tochterkind, die Angst, es nicht perfekt zu machen. Die Angst vor der eigenen Courage beim Kobold, wenn er seiner großen Schwester ihre Aufgabe zuteilt. Und die enorme Erleichterung, sich getraut zu haben.
Die Übersichtsschwierigkeiten bei der Motte, die ihrem geringen Alter geschuldet sind und dann wiederum die Nachsicht der Großen, die ihr das Gefühl geben, das Kommando zu haben und ihr trotzdem kleine Hilfestellungen geben.
Es ist wohl eine der schwersten Aufgaben, andere Menschen so zu führen und anzuleiten, dass sie es gerne annehmen.
Unsere tägliche Achtsamkeitsübung im kleinen Kreis der Familie ist schon eine enorme Herausforderung für die drei. Sie müssen gemeinsam eine von mir klar vorgegebene und unkomplizierte Mahlzeit vorbereiten (momentan meistens das Abendbrot) und jeden Tag hat ein anderer das Kommando.
Und was ich da aus der Küche höre, lässt mich frohlocken, wenn der Kobold seine große Schwester rügt: „Ich finde, dass du heute nur rumkommandierst und überhaupt nicht sagst, dass wir das gut machen. Ich fühle mich überhaupt nicht gesehen von dir.“
Es arbeitet. In ihnen allen.